Ein jeder kennt wohl dieses geflügelte Wort. Genauso wie: Zum einen Ohr hinein und zum anderen heraus. Beide Sprichwörter behandeln ein allzu menschliches Problem: wir hören und hören doch nicht, wir sehen und sehen doch nicht. Oft blockieren wir auch Dinge, die uns vielleicht nicht angenehm sind oder aus einer bestimmten Richtung kommen, die wir nicht wollen…
Es gibt viele Gründe, warum wir etwas nicht wahrnehmen oder nicht tiefer eindringen lassen wollen. Im christlichen Sinne wird uns durch das Evangelium vieles gesagt oder auf manches hingewiesen. Es will uns trösten, es will uns aufrichten, es will uns Mut zusprechen, aber auch einmal ermahnen, Richtung geben, zum Handeln anregen und dem Leben einen guten Sinn geben. Allein die Bergpredigt weist auf den Frieden hin, den Nächsten, aber auch auf Gott, der unserem Leben Orientierung geben und Kompass sein will. Wir lesen es, wir hören davon und im nächsten Moment ist es wieder überlagert vom Alltag und seinen Bedürfnissen.
Im Jakobusbrief wird ein Mensch beschrieben, der in einen Spiegel sieht, sich umwendet und sofort vergisst, wie er ausgesehen hat. Es gibt aber auch die Möglichkeit seine Sinne zu schärfen und besser hinzuhören, besser hinzusehen: Wie geht es meinem Nächsten, wie gehe ich selbst mit der Aussage des Evangeliums um! Jakobus beschreibt es so: Nicht nur Hörer, sondern auch Täter zu werden. Aus der Nähe zum Evangelium erhalten Christen die Kraft, in ihrer Umgebung Frieden zu bringen und hier und da ein Segen zu sein. Ein jeder ist aufgefordert im Sinne des Evangeliums: Zu sehen, zu hören, Gutes zu tun!
Ich wünsche uns allen dazu viel Erfolg!

Lothar Ney
Ökumene-Beauftragter Bezirk Minden, Neuapostolische Kirche