Wort zum Sonntag
Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.
Wasser des Lebens
Von einem lebenswichtigen Gut
Vor einigen Wochen kamen aus manchen Kommunen unerwartete Nachrichten: Wasserampeln sprangen auf gelb oder gar rot, Menschen wurden gebeten, ihren Wasserverbrauch einzuschränken. Dennoch – wenn wir die Wasserhähne aufdrehen, fließt das Wasser immer noch. Wir haben es gut.
In unserem Partnerkirchenkreis Kaskazini in den Usambarabergen in Tansania sieht das für viele Menschen anders aus. Dort sind die Frauen, die das Wasserholen besorgen, manchmal Stunden unterwegs zur nächsten Wasserstelle. Und dann ist das Wasser nicht einmal sauber.
Jesus verwendete in seinen Reden oft das Bild vom Wasser. Er redete vom lebendigen Wasser, das er den Menschen schenken will. Vielleicht träumten damals manche: Wie wäre das wohl, Wasser immer zur Verfügung zu haben, ohne weite Wege zu Quellen?
Jesus aber meinte nicht das Wasser, das wir trinken. Er weiß, dass Menschen nicht nur Wasser für ihren Körper brauchen, sondern etwas, was ihnen im Inneren Kraft und Hilfe für ihr Leben gibt. Das will er für uns Menschen sein – will den Menschen so wichtig sein wie das Wasser, das wir jeden Tag brauchen. Er will „lebendiges Wasser“, eine Kraftquelle für unser Leben sein. Im Gebet können wir bei ihm auftanken.
Das löst noch nicht das Problem, dass viele Menschen in dieser Welt keine gute Wasserversorgung haben. Doch weil Jesus so oft vom Wasser redet, steckt darin vielleicht auch ein Anstoß für uns, sich um dieses Problem zu kümmern. In den vergangenen Jahren hat unser Kirchenkreis in unserem Partnerkirchenkreis drei Wasserprojekte durchführen können. Mit finanzieller Hilfe aus Deutschland – etwa durch Spenden – konnten unsere tansanischen Partnerinnen und Partner in den Usambarabergen von Quellen in den Bergen Leitungen in Dörfer bauen. Einige Tausend Menschen mehr haben jetzt sauberes Wasser – und das in der Nähe. Die Arbeit ist aber noch nicht abgeschlossen, denn es warten noch viele Dörfer dort auf sauberes Wasser. Deshalb werden wir weiter helfen. Weil Jesus, der für uns im Inneren eine Quelle für lebendiges Wasser sein will, das Wasser so wichtig ist.

Pfarrer Thomas Salberg
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Friedewalde
Worauf Sie in Zukunft bauen und vertrauen, auf menschliche Säulen oder auf Jesus als Fundament?
Matthäus 7,24-27
Geht es Ihnen heute gut? Sind sie zuversichtlich, dass es Ihnen bis ans Lebensende gut geht? Wir beantworten diese Fragen mit ja, wenn unser Leben einigermaßen stabil verläuft, wenn wir gesund sind, wenn das Geld passt, wenn die Beziehungen harmonisch laufen. Wir bauen unser Leben auf eine Plattform mit vier Säulen. Auf unsere Kraft mit unseren Gaben und Fähigkeiten, auf menschliche Beziehungen in Familie, Freundeskreis, KollegInnen etc. Auf materielle Sicherheit mit einem regelmäßigen Einkommen, Sparbuch, Versicherungen, Anlagedepots… Wir schaffen uns feste Gewohnheiten, in einem möglichst sicheren Umfeld. Tagaus, tagein verwenden wir viel Kraft, Zeit und Geld, um diese Säulen aufzubauen. Wir fangen in der Jugendzeit damit an und versuchen die Säulen stabil zu halten. Und solange diese Säulen stabil sind, geht es uns gut. Aber wir wissen, so eine Säule kann zerbrechen. Und wenn die eine erst fällt, wird alles andere auch schnell instabil. Das meint Jesus mit: Wer sein Haus auf Sand gebaut, wird es bei Regen verlieren. Auf welchem Fundament ein Haus steht ist das entscheidende. Wie viele Zimmer es hat und wieviel Stockwerke – das können wir entscheiden, auch welche Möbel drinstehen, nordisches Möbelhaus oder Maßarbeit. Das Fundament ist wichtig. Das Fundament ist die Liebe. Die Liebe, die wir von Jesus geschenkt bekommen. Wir können von ihm lernen. Es ist ihm wichtig, dass wir das eigene Lebenshaus nicht auf Kosten anderer bauen. Die Menschen um uns herum, dürfen uns niemals egal sein: Begegnen wir ihnen so, wie auch wir behandelt werden wollen! Wenn wir uns das zu Herzen nehmen, dann werden wir unser Lebenshaus stabil halten. Alle unsere Gaben sind von Gott geschenkt, sollen uns erfreuen und das Leben schön machen. Eines Tages werden wir sie verlieren. Doch wer auf Jesu baut, wird das erfüllte Leben gewinnen. Es bleibt in Ewigkeit!

Schwester Andrea Brewitt
Oberin der Schwesternschaft der Diakonie Stiftung Salem
Befiehl dem HERRN deine Wege
Wie viele von Ihnen vermutlich wissen, neigt sich meine Zeit in der Petrigemeinde und damit in Minden dem Ende entgegen. Ab Oktober wird mich mein Weg zunächst in die Promotion führen. Daher nutze ich diese Gelegenheit, um mich bei Euch und Ihnen allen für die herzliche Aufnahme in Ihre Stadt und den Kirchenkreis und für die gemeinsame Zeit zu bedanken. Viele schöne Momente, Begegnungen und Erfahrungen werden mich auf meinem Weg, wo immer er mich letztlich auch hinführen wird, begleiten. Ganz genau weiß ich nämlich noch nicht, wohin mich mein Weg nach der Promotion führen wird. Diese Ungewissheit teile ich mit vielen Menschen innerhalb wie außerhalb der Kirche und nicht zuletzt auch mit Kirchengemeinden selbst in dieser Zeit des Umbruchs.
Und da ist es gut zu wissen, dass ein gewisses Maß an Ungewissheit erstens gar nicht zu vermeiden und zweitens auch völlig in Ordnung ist. Können wir als Menschen doch ohnehin nicht alle unsere Wege bis ins Kleinste kontrollieren. Gott sei Dank gibt es einen, der das viel besser kann!
Wie es der 37. Psalm so treffend ausdrückt: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohlmachen“. Das bedeutet natürlich nicht, sich nicht nach bestem Wissen und Gewissen selber zu bemühen, sondern in aller Bemühung letztlich alles in Gottes Hände zu legen und sich nicht um Dinge zu sorgen, die ohnehin nicht in der eigenen Hand liegen.
Dazu möchte ich uns alle ermutigen. In unserem persönlichen Leben wie in der Gemeinde. Denn nur allzu leicht kann das angesichts all der kleinen und großen Sorgen des Alltags in den Hintergrund treten. Und dann nehmen die Sorgen schnell überhand. Weil doch so vieles letztlich nicht in unserer Hand liegt. Aber das ist in Ordnung. Weil wir wissen dürfen, dass es in Gottes Hand liegt, der es gut mit uns meint und der es letztlich wohlmachen wird, wenn wir nur auf ihn vertrauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes reichen Segen für Ihre Zukunft!

Roman Groß
Pfarrer i. E., Evangelisch-Reformierte Petri-Kirchengemeinde