Am Sonntag, den 17. Mai, beginnt um 16:00 Uhr in der Offenen Kirche St. Simeonis in Minden der letzte Teil der beliebten Lesereihe „Kinder Kakaniens“. Dieses Mal wird Frank Meier-Barthel von der Ev. Erwachsenenbildung den jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) vorstellen. 

Meier-Barthel wird nicht aus Bubers theoretischen Schriften vorlesen, sondern wird den Nachmittag lebensnah gestalten. Die kommentierte Lesung legt den Schwerpunkt auf Bubers Lebenserinnerungen, in denen er episodisch nachzeichnet, welche geglückten und gescheiterten Begegnungen sein Denken beeinflussten: Da war der Augenblick nach der Trennung der Eltern, in dem der Vierjährige begriff, dass seine Mutter nie wiederkehren werde. Da waren das Streicheln eines Pferdes, das Gespräch in der Bukowina mit einem frommen Juden vom Dorf, der ihn für einen Wahrsager hielt, und der Disput über das Wort „Gott“ mit einem Freund im Sonnenaufgang. Martin Bubers Erinnerungen gewähren einen persönlichen Zugang zu einem großen Denker des 20. Jahrhunderts.

Martin Buber inspiriert bis heute auch mit seiner Übersetzung der Heiligen Schrift, die er gemeinsam mit Franz Rosenzweig begann. Diese Buber-Rosenzweig-Übersetzung ist eine wundervolle Ergänzung zur Luther-Bibel, wie an einigen Beispielen gezeigt wird. Auch aus Bubers Sammlung überlieferte Erzählungen aus dem osteuropäischen Judentum, den „Erzählungen der Chassidim“, wird Meier-Barthel kurze, witzig-nachdenkliche Beispiele präsentieren. 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die vierteilige Lesereihe „Kinder Kakaniens“ ist eine Kooperation der Ev. Erwachsenenbildung mit der Jüdischen Kultusgemeinde Minden, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden, der AG Alte Synagoge Petershagen, der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica und dem LWL-Museum Glashütte Gernheim. Weitere Informationen bei Frank Meier-Barthel unter E-Mail: frank.meier-barthel@ekvw.de oder Mobil: 0174 – 93 79 572.