Die Temperaturen stiegen schnell an, aber es lag nicht an hitzigen Diskussionen oder erhitzten Gemütern: Am bisher heißesten Tag des Jahres hat sich die Steuerungsgruppe für die angedachte Vereinigung der Ev. Kirchenkreise Minden und Lübbecke erstmals im Haus der Kirche in Minden getroffen. Mit externer Kompetenz und Unterstützung werden die erste Schritte im Annäherungsprozess genommen.

Die Steuerungsgruppe bringt viel Erfahrung aus beiden Kirchenkreisen zusammen. Der Ev. Kirchenkreis Lübbecke ist mit Assessorin Barbara Fischer, Scriba Jens Weber und Claus Wischmeyer als Vertreter des Kreissynodalvorstands in der Gruppe vertreten. Auf Mindener Seite begleiten Superintendent Michael Mertins, Assessor Christoph Ruffer und KSV-Mitglied Jan Drees den Prozess. Mit gewohnt ruhiger Hand unterstützt Carsten Schöneberg, der stellvertretende Verwaltungsleiter im neuen gemeinsamen Kreiskirchenamt Weser-Werre-Wiehen, die Annäherung der beiden ihm anvertrauten und gut bekannten Kirchenkreise.

Um den Prozess wirksam zu begleiten, haben sich die Mitglieder der Steuerungsgruppe erfahrene Unterstützung von außen geholt: Dr. Frank Pawellek, promovierter Geologe, studierter Psychologe und ausgebildeter Coach, der am oikos-Institut der Landeskirche die Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung mitverantwortet, sowie Pfarrerin Simone Conrad. Sie bringt eine besonders relevante eigene Geschichte mit: Als letzte Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Wittgenstein auf der anderen Seite Westfalens hat sie dort die Kirchenkreisvereinigung mit dem benachbarten Kirchenkreis Siegen vorbereiten und zu einem glücklichen Abschluss bringen können. Sie begleitet zurzeit die Iserlohner Kirchengemeinden Balve und Deilinghofen in der engeren Zusammenarbeit als „Pfarrerin im Übergang“. Nun war die ausgebildete systemische Gemeindeberaterin aus dem Kirchenkreis Iserlohn ans andere Ende der Landeskirche gefahren, um ihre Erfahrungen und Einblicke in den Prozess einzubringen.

Die Synoden der beiden Kirchenkreis Minden und Lübbecke haben in ihren Sommersitzungen die Initiative zur Kirchenkreisvereinigung unterstützt. Mit diesem Rückenwind wird die Steuerungsgruppe sich im September erneut treffen, um die nächsten Schritte anzugehen. Zuerst sollen in einem Stellungnahmeverfahren die Stimmen der Gemeinden zur für das nächste Jahr geplanten pfarramtlichen Verbindung der Superintendenstellen und zur angedachten Vereinigung eingeholt werden. „Die Arbeit hat begonnen“, schließt der Mindener Superintendent Michael Mertins.