Minden und Petershagen. 375 Jahre ist nun die Evangelisch-Reformierte Petri-Gemeinde alt. Dieses Jubiläum feiert die Gemeinde dort, wo sie im Jahr 1651 gegründet wurde: auf dem Gelände des Petershäger Schlosses. Damals, nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges und nach dem Westfälischen Frieden, fiel Minden-Ravensberg an den Großen Kurfürsten Friedrich-Wilhelm von Brandenburg. Dessen Amtssitz und Verwaltung entstand zunächst im Schloss von Petershagen. Der Große Kurfürst war reformierten Glaubens und so dauerte es nicht lange, bis in der Petershäger Schlosskapelle die reformierte Gemeinde gegründet wurde.

Im Jahr 1670 wurde die brandenburgische Verwaltung nach Minden verlegt und vier Jahre später entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Posthalterei in der Ritterstraße die erste reformierte Kirche Mindens. Bald darauf wurde die Kirche zu klein, weil sich zahlreiche aus Frankreich vertriebene Hugenotten in Minden und Umgebung ansiedelten und die reformierte Gemeinde deshalb stark gewachsen war. So wurde am Standort Ritterstraße in den Jahren 1739 bis 1743 eine größere Kirche gebaut. Seitdem ist die Petrikirche in Minden das Zentrum der Evangelisch-Reformierten Gemeinde im Mindener Land. Aktuell gehören rund 1.200 Menschen zur Gemeinde, die an verschiedenen Orten des Kirchenkreises – oder auch im Umfeld des Kirchenkreis-Gebietes – wohnen.

In Petershagen sind bis heute Spuren der Gemeinde-Gründung zu finden. Wo damals die Schlosskapelle war, ist heute die „Fasanerie“ eingezogen. Ein Kreuz auf dem Dach des Gebäudes erinnert auch heute noch an die Geschichte als Schlosskapelle. Auch das erste Pfarrhaus in Petershagen besteht noch; heute ist dort eine Buchhandlung untergebracht.

Der Festgottesdienst zur Feier des 375-jährigen Bestehens der Petri-Gemeinde wird im Innenhof des Schlosses Petershagen gefeiert am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr; der Gottesdienst wird gestaltet von Pfarrer Roman Groß, Pfarrer i. R. Bernhard Speller und Prädikant Jochen Mühlbach.