„Karla“ ist ein eindrucksvoller Film über den sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen Mädchens, der auf einen realen Fall zurückgeht. Nachdem Karla mehrfach von ihrem Vater missbraucht worden ist, läuft sie ihren Eltern weg, zeigt auf der nächsten Polizeidienststelle ihren Vater an und verlangt, einen Richter zu sprechen. Das ist auch deshalb sehr mutig und ungewöhnlich, weil Karlas Geschichte  im Jahr 1962 spielt – und damit in einer Zeit, in der Kinder im Allgemeinen nur dann zu sprechen hatten, wenn man sie etwas fragte. Tatsächlich findet Karla einen Richter, der ihr zuhört und der noch dazu Verständnis dafür hat, dass Manches für sie unaussprechlich ist. Um den Fall zu verhandeln, muss jedoch benannt werden, worin die Anklage besteht. Gemeinsam finden Karla (Elise Krieps) und der Richter (Rainer Bock) einen Weg, das Unsagbare hörbar zu machen.

Der Film von Christina Tournatzés ist zu sehen am Mittwoch, 4. November, um 19.30 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus (Brauereistraße 8, 32425 Minden). „Karla“ dauert 104 Minuten und ist geeignet für Zuschauerinnen und Zuschauer ab 14 Jahren.