Minden. Eigentlich hätte er schon im Mai 2024 in den Ruhestand gehen können, bat aber damals um eine Verlängerung seiner Dienstzeit. Nun ist es dennoch so weit, dass Pfarrer Dieter Maletz seine Pfarrstelle verlässt. Am 30. August um 15 Uhr in der Oberlübber Kirche wird er von Superintendent Michael Mertins aus seinem Dienst verabschiedet und entpflichtet.
Maletz kam im Oktober 2019 mit einem Auftrag für Vertretungsaufgaben in den Kirchenkreis Minden. Drei Monate später wurde daraus die Vakanzvertretung im Pfarrbezirk Oberlübbe-Rothenuffeln. Zum 1. September 2021 wurde Maletz dann auch offiziell auf die Pfarrstelle gewählt.
Neu war damals für die Gemeinde, dass erstmals in ihrer Geschichte die Pfarrstelle nur zu 75 statt zu 100 Prozent freigegeben wurde. Mit weiteren 25 Prozent übernahm Maletz Aufgaben in der Diakonie, u. a. die Schulgottesdienste an der Wichernschule. Parallel dazu war auch in der Nachbar-Gemeinde Bergkirchen die Pfarrstelle auf 75 Prozent reduziert worden. Für die Gemeindearbeit in den Orten an der Bergkante bedeutete das erhebliche Veränderungen, die 2024, als Maletz hätte in den Ruhestand gehen können, längst nicht abgeschlossen waren. Mitten in diesem Prozess die Gemeinde zu verlassen, konnte er sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen – und tatsächlich genehmigte die Landeskirche die Verlängerung seines Dienstes, obwohl Anträge dieser Art in der Regel abgelehnt werden.
Tatsächlich waren die Umstrukturierungen in Oberlübbe, Rothenuffeln und Bergkirchen mit der Reduzierung auf zwei 75-Prozent-Pfarrstellen keineswegs abgeschlossen. Seit 1. Januar 2026 bilden Bergkirchen, Oberlübbe und Rothenuffeln gemeinsam eine einzige Gemeinde und nennen sich nun „Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde An der Bergkante“. In dieser neuen Konstellation war Maletz schwerpunktmäßig für Ober- und Unterlübbe zuständig und seine Kollegin aus der Nachbargemeinde, Pfarrerin Katrin Berger, für Bergkirchen und Rothenuffeln.
Parallel dazu begreifen sich Bergkirchen, Oberlübbe und Rothenuffeln infolge des 2023 begonnenen Reformprozesses im Kirchenkreis Minden zusammen mit den Gemeinden Hartum-Holzhausen und Hille als „Planungs- und Kooperationsraum Hille“. Gemeinsam arbeiten diese Gemeinden an Konzepten, wie künftig Gemeindegrenzen-übergreifend die pastorale Betreuung und Versorgung sichergestellt und gestaltet werden kann.
All diese Veränderungen hat Maletz mitgemacht, mitgestaltet und begleitet. Nun aber ist es für ihn trotzdem Zeit zu gehen – allerdings immer noch nicht so ganz. Die Schulgottesdienste und der Konfirmandenunterricht an der Wichernschule sind ihm so ans Herz gewachsen, dass er zumindest diese Aufgabe bis auf weiteres behält.
Dieter Maletz ist 1958 in Halle in Westfalen geboren und legte sein Abitur 1977 am Gymnasium in Bethel ab. Nach der Schule und dem Grundwehrdienst durchlief er zunächst eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner in Bielefeld und studierte ein Semester lang Landespflege in Hannover. Dann orientierte er sich neu und studierte evangelische Theologie in Bethel und in Heidelberg bis 1987. Das Vikariat absolvierte er in Beckum und den Hilfsdienst in Lippstadt. Von 1992 bis 2014 war er Pfarrer in Höxter im Kirchenkreis Paderborn. Bevor er in den Kirchenkreis Minden kam, war er fünf Jahre lang Pfarrer in der Weser-Nethe-Kirchengemeinde in Höxter.
Den vielen Veränderungen der letzten Jahre gemäß gestaltet die Kirchengemeinde An der Bergkante die Verabschiedung von Dieter Maletz nicht allein, sondern gemeinsam mit den übrigen Gemeinden des Planungs- und Kooperationsraums Hille. Dazu und zu einem Empfang im Anschluss an den festlichen Gottesdienst laden die Gemeinden herzlich ein.