Wort zum Sonntag

Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.

Frühjahrsputz

Wie reagieren Menschen, wenn sie von Gott angesprochen werden? Diese Frage stellte sich bereits, als Jesus mit großem Zulauf predigte. Viele ließen sich ansprechen, aber nicht alle. Manche machten regelrecht zu.

Dabei ist die Botschaft von Gott geliebt zu werden doch die beste Botschaft überhaupt. Besonders die Anständigen wollten diese Liebe, nicht mit den Unanständigen teilen. Sie meinten, dass sie sich Gottes Liebe hart erarbeitet hätten, das müssten die anderen erst mal nachmachen.

Sie erinnern mich immer an meine Gehölze im Garten. Mit den Jahren bekommen manche eine ganz schön harte Rinde und sie werden unten kahl.

Da kommen keine neuen Triebe mit Blüten mehr raus. Erst wenn die verständnisvolle Gärtnerin so manchen verholzten, harten Trieb zurück schneidet, besinnt sich der Strauch: Neue, biegsame Triebe treiben aus dem Rest des alten Holzes wieder aus und bringen neues Leben und Blüten.

Ich bewundere diese Sträucher, allen voran die Rosen, dass sie aus ganz altem Holz neue Triebe schieben können, wenn sie nur richtig geschnitten werden.

Der Schnitt weckt sie auf und sie antworten mit neuem Wachstum.

Und wir Menschen? Wir verhärten uns auch an so mancher Stelle unserer Seele, nicht nur in unserem Körper. Aus Enttäuschung, aus Angst, aus Trauer, vielleicht aus Lieblosigkeit, legen wir eine harte Rinde um unser Herz, wir verhärten uns und wir verkrümmen uns dabei.

Gott sieht aber die ‚schlafenden Augen‘ unter unserer Rinde. Die Möglichkeit von neuen Trieben, von neuem Wachstum auch im ganz alten Holz.

Dafür braucht es den beherzten Schnitt, der alte Zöpfe abschneidet.

Dazu braucht es den Weckruf von Liebe, Licht und Wärme im Frühjahr.

Die Zeit vor Ostern erschöpft sich nicht in einem wochenlangen Ausblick auf die Leiden Christi. Sie will unseren Blick auf Gottes Güte lenken, die uns reicher beschenkt, als wir es uns je verdienen könnten. Er sieht bei uns Möglichkeiten, wo wir schon aufgegeben haben.

Für alle Gärtner, die in diesen Tagen ihre Scheren schärfen und schauen,

wo ein Rückschnitt nottut: Schauen wir auch in unser Herz und schauen, was sich da verhärtet hat und einen Rückschnitt braucht.

Schauen wir liebevoll auf unser Leben und schneiden wir mit dem Bild der neuen Blüten vor Augen, die auch wir wieder treiben können, gewärmt und gestärkt von Gottes Liebe.

Er schenkt uns viel mehr Möglichkeiten, als wir in uns und an einander sehen können. Das wäre doch mal ein Frühjahrsputz!

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. Hebräer 3,15

Katja Reichling

Katja Reichling

Pfarrerin im Entsendungsdienst an der Christuskirche und am Albert-Schweitzer-Haus

Was für ein Vertrauen

Unter dieser Losung steht der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag im Juni in Dortmund, zu dem an diesem Sonntag bundesweit in besonderen Gottesdiensten eingeladen wird.

Als Motto eines Kirchentreffens verstanden, klingt das, als würde ein Ausrufungszeichen gesetzt – von Menschen, die die Erfahrung machen konnten, dass sie mit Gottvertrauen durchs Leben gehen.

„Was für ein Vertrauen?“, wird aber auch die eine oder der andere fragen, wenn da, mitten in schweren Lebenserfahrungen, so gar kein Halt greifbar scheint und fromme Sprüche einfach an einem abprallen.

Es ist ein großes Glück, wenn Vertrauen zwischen Menschen gewachsen ist und sie es genießen können. Aber Vertrauen lässt sich nicht befehlen. Auch die vielfältigsten Argumentationen können Vertrauen zwischen Menschen nicht herstellen, denn es ist ein Gefühl, dass auf Erfahrung aufbaut und schnell brüchig wird.

Das Leitwort des Kirchentages ist einer Geschichte der Bibel entnommen. Ohne es selbst wirklich erklären zu können überstehen die Menschen eine völlig aussichtslose Bedrohung. Sie wissen: Mit unseren eigenen Kräften und Möglichkeiten hätten wir das nie geschafft. Ist es das Vertrauen – zu Gott – das sie gerettet hat?

Die Antwort bleibt offen. Vertrauen in aussichtsloser Situation wächst nicht durch scheinbar logische Erklärungen. Vertrauen lässt sich auch nur sehr begrenzt in guten Zeiten ansammeln, um dann die schlechten besser überstehen zu können.

Gott macht Menschen Mut, sich mit all ihren Zweifeln und Brüchen auf unbekannte Wege zu machen. Erst unterwegs zeigt er ihnen die eigenen Möglichkeiten – und die anderen Menschen, die in schlimmen Zeiten eine vielleicht unerwartete Stütze sind.

Dietrich Bonhoeffer drückte das in einem Vertrauensbekenntnis so aus: Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

Was für ein Vertrauen

Matthias Rausch

Matthias Rausch

Pfarrer bis zum 28.2.19 in der St. Jakobus-Kirchengemeinde in Minden

15 Jahre Garantie auf die Ehe…

Wer sich bei Pfarrer Jaroslaw Duda in Bülach im Kanton Zürich kirchlich trauen lässt, bekommt von ihm eine 15-jährige Garantie auf diese Ehe. Das Erfolgsrezept wird aber nicht einfach so ausgestellt, sondern das Brautpaar muss sich verpflichten, mindestens einmal pro Jahr zu einem Beratungsgespräch zur Standortbestimmung ihrer Ehe zu erscheinen.

Pfarrer Duda geht also davon aus, dass Paare für ihre Ehe einen Servicetermin in Anspruch nehmen, wie sie es für ihr Auto oder ihre Heizung für normal und vernünftig halten.

Das Hauptproblem für Ehen liege heute darin, „dass Paare gestresst sind, keine Zeit füreinander haben und im hektischen Alltag nicht genügend miteinander reden», so Duda.

Gary Chapman, ein amerikanischer Theologe, hat das Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ geschrieben in dem er beschreibt, dass wir Liebe in den Sprachen „Lob und Anerkennung“, „Geschenke, die von Herzen kommen“, „Zärtlichkeit“, „Besondere Zeit zu zweit“ und „Hilfsbereitschaft“ ausdrücken und Liebe auch oft in dieser Sprache empfangen. Leider senden und empfangen viele Paare nicht in der selben Sprache. So ist es die Aufgabe jedes Partners die eigene Sprache der Liebe zu entdecken, die Sprache der Liebe des anderen zu entschlüsseln und sie wie eine neue Sprache zu lernen.

Wer am Valentinstag – 14. Februar – ein besonderes wirkungsvolles Geschenk machen möchte, dem bieten die fünf Sprachen der Liebe die Möglichkeit Liebe auszudrücken die wirklich im Herzen des anderen ankommt.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Erfolg beim Erlernen oder Erweitern der Sprachfähigkeit.

Olaf Mohring

Olaf Mohring

Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Minden