Wort zum Sonntag

Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.

Durst nach Leben

Thema: Von Sinn, Halt und Zielen

Ich habe einige Jahre in Uganda gelebt. Für viele Menschen dort ist Wasser sehr teuer. Nicht unbedingt finanziell. Aber sie müssen viel investieren, um täglich genug davon herbeizuholen. Sie laufen viele Kilometer mit schweren Kanistern auf dem Kopf. Oder sie schicken ihre Kinder, die dafür auf die Schule verzichten müssen und so auch einen hohen Preis zahlen. Wer diese Mühen nicht leisten kann, trinkt krankmachendes Wasser aus dreckigen Tümpeln.

Wir haben zwar keinen Mangel an sauberem und gesundem Wasser, aber trotzdem kennen wir Durst. Wir kennen den stechenden Durst nach Sinn, nach einem Ziel, nach Halt im Leben. Und vieles dreht sich bei uns darum, diesen Durst zu stillen. Deshalb gieren wir nach Erfolg, um uns selbst zu spüren. Wir suchen nach spirituellen Erlebnissen, um irgendeinen Sinn zu finden. Wir dürsten nach Liebe und bekommen oft nur Affären auf Zeit. Und manchmal versuchen wir, die Sinnlosigkeit – ganz wörtlich – mit Alkohol herunterzuspülen. Wir wollen unseren Durst nach Leben stillen. Stattdessen trinken wir nur, was uns kaputt macht.

Es gibt nur einen, der diesen Durst auf gesunde und heilsame Weise stillen kann. Jesus Christus, der Sohn Gottes, der versprochen hat: „Wer durstig ist, dem gebe ich umsonst zu trinken. Ich gebe ihm Wasser aus der Quelle des Lebens.“ (Offb 21,6) Nur Jesus kann uns geben, was unsere tiefste Sehnsucht stillt. Nur bei ihm gibt es Sinn, Halt und ein lohnendes Ziel. Das Wasser, das er uns anbietet, stillt wirklich unseren Durst. Weil es aus der Quelle des Lebens kommt – von Gott selbst. Das Beste aber ist: dieses Wasser bekommen wir umsonst. Alles, was wir tun müssen ist, Jesus um dieses gute Wasser des Lebens zu bitten.

Niemand in Uganda würde es ablehnen, einen sauberen Wasserbrunnen vor sein Haus gebaut zu bekommen. Das wäre absurd. Warum sollten wir das Wasser ablehnen, das allein unseren Durst nach Leben stillen kann? Kommen Sie im neuen Jahr zu der einen Quelle! Kommen Sie zu Jesus! Er hat alles, was Sie brauchen.

Pfarrer Johannes Röskamp

Pfarrer z.A. in der Kirchengemeinde Hartum-Holzhausen

Jahreslosung 2018: Am frischen Wasser

„Wer Durst hat, dem werde ich zu trinken geben:
Wasser aus der Lebensquelle, ganz umsonst!“

(Die Bibel, Offenbarung 21 Vers 6)

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben gibt es umsonst!
Die Luft zum atmen, die Schöpfung, Gesundheit und Lebenszeit,
Freunde und Heimat, Liebe – alles unbezahlbar und nicht zu kaufen.
Auch Gottes Liebe ist „ganz umsonst“! Wie frisches Wasser aus einer Quelle!
Es erfrischt den Wanderer; dem, der sich verlaufen hat, flößt es neuen Mut ein.
So ist Gottes Liebe: Sie  lässt das Herz aufgehen. Die Angst zu kurz zu kommen
ist vorbei, die unruhige Suche nach jemandem, er mich sieht.
Diese Quelle aufsuchen, immer wieder anhalten und trinken,
so wird es gehen
im neuen Jahr.

Matthias Rohlfing

Matthias Rohlfing

Pfarrer in der Kirchengemeinde Lahde-Bierde

3. Advent

Ich habe auch einen Adventskalender. Keinen mit Schokolade und auch keinen, der an der Wand hängen könnte. Durch einen Klick öffnet sich jeden Tag ein digitales Türchen auf dem Bildschirm. Eine Technikmarke möchte im Internet auf diese Weise auf ihre Produkte aufmerksam machen. Jeden Tag gibt es hinter dem Türchen eines der Produkte zu gewinnen. Eine Kaffeemaschine, och ja. Ein Fotoapparat, das wäre gut. Eine elektrische Gesichtsbürste, wer braucht denn so was. Wenn ich die falsche Zahl anklicke, dann zeigt mir das Türchen „Zu spät“ oder sie lässt sich einfach noch nicht öffnen. Zu früh naschen, wie beim Schokoladenadventskalender geht hier nicht. Dann muss ich noch meine Daten eingeben. Wozu verwenden die das nur? Na ja, egal. Und dann hoffe ich, dass ich zum Beispiel einen Fotoapparat gewinne. In den ersten 12 Tagen dieses Monats allerdings vergeblich. Aber morgen vielleicht …

Das Warten ist ganz anders als das mit dem Schokoladenadventskalender. Bei diesem gibt es jeden Tag eine Belohnung beim Warten auf den 24.12. Beim Gewinnspielkalender ist es das Warten auf die tägliche Verlosung, die zumindest bei mir jeden Tag enttäuscht wird.

Vielleicht ist so manch einer so ähnlich auch auf der Suche nach dem Advent: Immer wieder auf der Suche nach der weihnachtlichen Stimmung und doch vergeblich. Mit einem Gewinnspielkalender suche zumindest ich auch keine Adventsstimmung. Die finde ich eher beim „Advent in den Häusern“ oder im Adventsgottesdienst. Aber etwas Schönes gewinnen würde ich auch mal gerne.

Hendrik Rethemeier

Hendrik Rethemeier

Pfarrer in den Kirchengemeinden Petershagen und Ovenstädt