Wort zum Sonntag
Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.
„Mutig, stark, beherzt?!“
Das Motto des Kirchentages ist auch heute noch vielen im Ohr und es lädt uns ein, mutig, stark und beherzt in unserem Alltag unseren Glauben zu leben.
„Bleibt hellwach und aufrecht – im Gottvertrauen – seid stark und zeigt, was in euch steckt! Euer Tun und Lassen soll in Liebe geschehen.“ Paulus schließt mit diesem Vers seinen ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Und erinnert an die Gemeinschaft untereinander und daran, wie wichtig es ist, voneinander zu wissen und das Leben zu teilen. Ganz besonders, wenn man sich nicht immer nahe sein kann. Paulus hat große Reisen unternommen, um die Botschaft von Jesus zu den Menschen zu bringen und konnte in den Gemeinden, die er gegründet hat, nicht immer persönlich anwesend sein.
Was für eine unglaubliche Chance, dass wir uns in diesem Land als Christen zum offenen Austausch treffen können. Wie wunderbar, dass es Menschen gibt, die Fragen des Glaubens für wesentlich und gesellschaftsverändernd halten.
Wofür brauchen wir Mut, wann Stärke? Wo ist beherztes Handeln nötig?
Es braucht Mut, hellwach zu bleiben, um wahrzunehmen, wenn hier bei uns und weltweit die Menschenwürde in Gefahr oder der Frieden bedroht ist. Die Zeichen der Zeit zu erkennen ist schwer. Genaues Zuhören, vernünftige Schlussfolgerungen, kluges Handeln, Vorurteile abbauen, Veränderung zulassen, anstatt an alten Verhaltensmustern festzuhalten, brauchen Mut und Stärke. Erst recht aufzustehen, Gesicht zeigen, Haltung annehmen und Rückgrat bewahren, wenn andere Menschen verleumdet, angegriffen oder ausgegrenzt werden. Beherztes Handeln ist gefragt. Klar und offen zu sprechen, auch über Dinge, die unsere Komfortzone in Frage stellen, erforderlich.
Das Nachdenken, das Reden und Handeln soll in Liebe geschehen! Ich muss nicht allein mutig, stark und beherzt sein. Ich kann mich ermutigen, stärken und zum beherzten Handeln begleiten lassen. Und all das im Vertrauen auf den Herrn, der uns seine Gegenwart an jedem Tag zugesagt hat! Gott sei Dank!

Maike Brodowski-Stetter
Pfarrerin am Leo-Sympher-Berufskolleg
Bekenntnisse
Bekenntnis ist nach Wikipedia „… die offene (öffentliche) Äußerung eines Sachverhaltes oder einer Beteuerung“. Die Ostertage sind gerade vergangen, das Pfingstfest steht bevor, wie gehen wir als Christen um mit dem Bekenntnis: „Christus ist auferstanden“? Ist er für uns wahrhaftig auferstanden? Ist Jesus Christus noch Mittelpunkt unseres Christseins? Oft genug ziehen wir uns mit solchen Aussagen oder Bekenntnissen ins Private zurück. Christus bekannte seinen Vater im Himmel, die ersten Christen bekannten Christus und den Heiligen Geist vor den damaligen Mitmenschen. Und heute? In dieser säkularen Zeit erfordert es manchmal Mut seinen Glauben zu bekennen. Gott wird nicht selten nur noch in der Not gesucht. Jesus hat den liebenden Gott gezeigt, er selbst war und ist ein Zeugnis für die Hinwendung zu jedem Menschen und der Geist Gottes möchte erinnern und darauf hinweisen, wie wir miteinander und dem Evangelium umgehen sollen. Der christliche Glaube bezeugt auch die Nähe Gottes über den Tod hinaus, welch ein Trost! Vor 1700 Jahren wurde bei dem Konzil in Nicea ein verbindliches Glaubensbekenntnis geschaffen, das für alle Christen weltweit noch heute gilt und sie verbindet. Das Evangelium zu leben sollte nicht Theorie bleiben, sondern gelebte Praxis sein. Das Gebot der Nächstenliebe gilt dabei nicht nur Christen, es gilt allen Menschen. Von der ersten Gemeinde in Jerusalem ist überliefert:
„Sie aber blieben beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet“. Daraus zogen sie ihre innere Kraft des Bekennens. Gerade in einer Zeit großer Unsicherheit, aber nicht nur dann, gibt das Bekenntnis zum Evangelium und der Heilsgewissheit in Jesus Christus Sicherheit und innere Ruhe. Ich wünsche dazu jedem von uns großen Mut Christus zu bekennen!

Lothar Ney
Hirte i. R. - Ökumene-Beauftragter des Bezirkes Minden (NAK)
Ein Tag der Freude und des Dankes – der Weiße Sonntag
Ich erinnere mich noch gut an meinen Erstkommuniontag. Ich war gerade neun Jahre alt und trug ein weißes Kleid. Meine Eltern, meine Tanten und Onkels fanden das Kleid großartig und lobten mein Aussehen. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich als Kind wenig Freude hatte, dieses weiße Kleid zu tragen. Es fühlte sich ein bisschen zu feierlich und zu ungewohnt an.
Auch wenn ich dem Tragen dieses Kleides eher skeptisch gegenüberstand, freute ich mich riesig auf den Tag meiner Erstkommunion. Ich konnte es natürlich kaum abwarten, mich dem Berg von Geschenken endlich widmen zu können. Aber am meisten freute ich mich darauf, endlich mehr dazuzugehören, Jesus in der Heiligen Eucharistie zu empfangen und mich mit ihm zu verbinden.
„Ich will dich loben, Herr, mit ganzem Herzen, ich will deine Wunder verkünden.“ (Ps 9,2)
An diesem Wochenende feiern wir den weißen Sonntag. Der große Tag steht vor der Tür, an dem viele Kinder ihre erste heilige Kommunion empfangen. Es ist ein Tag der Freude und des Dankes, ein Tag, an dem wir Gott für die Gabe des Lebens und der Gnade danken.
Die Heilige Eucharistie macht deutlich, dass unser Glaube von Jesus Christus lebt. In ihm ist die Gegenwart Gottes auf der Erde unüberbietbar sichtbar geworden. Im Leben und in der Botschaft Jesu ist sein Glauben und Vertrauen auf Gottes Liebe zum Ausdruck gekommen.
Ich möchte Ihnen noch von Max erzählen:
Am Ende der Erstkommunionfeier läuft Max strahlend zu seinen Eltern: „Mama, Papa! Jetzt habe ich auch Jesus empfangen.“ Sein Vater antwortet: „Wir freuen uns mit Dir, Max.“ Der Junge antwortete: „Es war ein ganz besonderer Moment als ich Jesus empfing. Und ich habe ihm gesagt, dass ich ihn lieben werde, solange ich lebe.“
Mögen wir alle heute und jeden Tag Jesus lieben und immer wieder seine Liebe und Gnade empfangen. Mögen wir unsere Herzen offenhalten und seine Wunder verkünden.

Michaela Langner
Gemeindereferentin im Pastoralverbund Mindener Land