Wort zum Sonntag
Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.
Kirche im Glas
Meine Frau ist oft beruflich unterwegs zu christlichen Konferenzen und wenn sie heimkommt, hat sie meist ein nettes Mitbringsel für mich. Aus dem Süden Deutschlands erhalte ich z. B. oft eine Tüte mit frischen „echten“ Laugenbrezeln.
Doch kürzlich war ich verwundert: Sie präsentierte mir ein kleines Glas mit der Aufschrift „Kirche im Glas“. Erst dachte ich, es wäre ein Druckfehler, denn schließlich heißt unsere Gemeinde in Minden „Kirche am Glacis“.
Der Inhalte des Glases entpuppte sich als eine Sauerteigkultur im Trockenzustand, frei nach dem Jesuswort an seine Jünger im Matthäusevangelium 13,33: „Man kann Gottes himmlisches Reich mit einem Sauerteig vergleichen, den eine Frau zum Brotbacken nimmt. Obwohl sie nur wenig davon unter eine große Menge Mehl mischt, ist am Ende alles durchsäuert.“
Jesus erzählt in diesem Gleichnis davon, dass sich das Reich Gottes immer weiter ausbreitet und alles durchdringt.
Dieses Bild ist bis heute Ansporn für die christliche Kirche. Was kann ich dafür tun, dass sich Barmherzigkeit, Liebe und Freundlichkeit ausbreiten und damit auf den guten Gott hinweisen? Wie kann ich anderen das Beste unterstellen und wertschätzend mit Menschen umgehen?
Die Osterfeiertage zeigen uns, dass Gott selbst damit angefangen hat, das Gute zu tun: Jesus trägt unsere Schuld und Verfehlungen (Karfreitag), wird auferweckt (Ostern) und überwindet damit die Grenze des Todes. Deshalb sind alle, die an Jesus Christus glauben, Hoffnungsmenschen.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir in diesen Tagen Hoffnungsmenschen begegnen und auch selbst die Liebe Gottes unseren Mitmenschen gegenüber zeigen können.
Besuchen Sie gern einen der vielen Passions- und Ostergottesdienste, Messen oder Andachten in unseren Kirchen, um die christliche Hoffnung mit anderen zu feiern.

Olaf Mohring
Pastor der Kirche am Glacis, Minden
Zum Internationalen Frauentag am 08. März
Gleich zwei Frauentage gibt es an diesem Wochenende: Den Weltgebetstag der Frauen haben wir am gestrigen Freitag gefeiert, die Liturgie kam in diesem Jahr aus Nigeria. Das war das Thema meiner Kollegin in der letzten Woche an dieser Stelle. Nun nehme ich den Faden auf und mache weiter mit dem Blick auf den Internationalen Frauentag morgen.
Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich am 8. März in einem Urlaub in Italien überraschend Mimosen auf der Straße geschenkt bekomme habe. Es ging dabei nicht nur um eine nette Geste, sondern um Würdigung und Respekt für Frauen und Mädchen, für ihre Arbeit in Beruf und Familie, für ihren Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung, ihr Einstehen für Demokratie, Teilhabe und Schutz vor Gewalt in vielen Ländern der Erde.
Den Internationalen Frauentag gibt es schon seit über 100 Jahren. Die Sozialistin Clara Zetkin schlug 1910 auf einer internationalen Frauenkonferenz die Einführung dieses Tages vor. Ziel war die politische und soziale Gleichberechtigung, vor allem ging es um das Frauenwahlrecht.
Der Frauentag fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag: Im evangelischen Kirchenjahr ist es der Sonntag Okuli. Okuli ist der Sonntag des Wahrnehmens, der offenen Augen für Gott und die Menschen. Frauen und ihre Geschichten sichtbar zu machen, zu sehen, was es für starke und mutige Frauen gibt, die vorausschauen, die Vorbilder sind, darum geht es. Den Frauen, die keine Stimme haben, weil sie unter Gewalt, Krieg und Unterdrückung leiden, eine zu geben. Und sichtbar werden zu lassen, was sich noch ändern muss, in Gesellschaft und in der Kirche.
Also: Einen schönen Sonntag und einen offenen Blick für den Internationalen Frauentag und alle Aktionen wünscht Ihnen
Mirjam Philipps, Pfarrerin der ev.-luth. Kirchengemeinde Windheim

Mirjam Philipps
Pfarrerin, Ev. luth. Kirchengemeinde Windheim
Kommt! Bringt eure Last. Am 6.3.26 ist Weltgebetstag der Frauen
Am 6. März ist Weltgebetstag. Dann feiern Frauen in 120 Ländern zusammen Gottesdienst. Texte und Lieder haben in diesem Jahr Frauen aus Nigeria vorbereitet. Kommt! Bringt eure Last, ist ihr Motto. Mit Lasten kennen sie sich aus: Schließlich tragen viele von ihnen Holz, Wasser und anderes kilometerweit auf dem Kopf. Und viele leben mit Unterdrückung, Gewalt und Armut – schwere Lasten.
Was Frauen tragen, ist ganz verschieden. Aber die Einladung, das was bedrückt abzulegen, durchzuatmen, Kraft zu schöpfen, Lasten mit andern zu teilen, die tut allen gut. Genau wie die Hoffnung darauf, dass keine mit ihren Lasten allein ist. Dass es zusammen leichter werden kann. Und dass das Vertrauen auf Gott stark macht.
Ich liebe die Vorstellung, wie der Gottesdienst aus Nigeria einen Tag lang um die Welt wandert. Möge er vielen Frauen Mut machen und Kraft und Hoffnung schenken. Damit sich was ändert und Lasten kleiner werden.
Ach so: Männer sind im Gottesdienst natürlich auch willkommen!

Catharina Bluhm
Pfarrerin, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Simeonis