Minden / Porta Westfalica. Groß war Ende letzter Woche die Freude bei Maren Cassing, Chrishanty Cooray, Jessica Makrogiannis und Soheil Natawan vom Förderverein der Lutherschule über den Besuch von drei Vertretern der Mindener Stiftung für Kinder. Stolz präsentierten sie ihren Gästen die soeben fertig gestellte Schulbibliothek, für die der Förderverein lange und intensiv um Spenden geworben hatte, deren Regale sie höchstpersönlich aufgebaut und deren Bücher sie eigenhändig einsortiert und katalogisiert haben. Viele kleine und etliche größere Spenden waren letztlich zusammengekommen, für sage und schreibe 835 Bücher hat das Budget am Ende gereicht.
Den größten Betrag, 1.500 Euro, hatte die Mindener Stiftung für Kinder beigetragen; deshalb waren nun Volker Böttcher und Friedrich Plöger aus deren Vorstand sowie Superintendent Michael Mertins aus dem Kuratorium der Stiftung die ersten Gäste, die der Förderverein zur Besichtigung der neuen Bibliothek eingeladen hatte. Allen anderen Spenderinnen und Spendern sei man aber keineswegs weniger dankbar, betonten die vier Gastgeber. Cassing, Cooray und Natawan unterrichten an der Lutherschule, Makrogiannis ist Schulsozialarbeiterin. Sie alle brennen für die kleine Schule, für den Förderverein und für Projekte wie die Schulbibliothek, mit denen sie ihren Schülerinnen und Schülern etwas Gutes tun können.
Die Lutherschule ist eine Förderschule für Emotionale und Soziale Entwicklung, Sekundarstufe I, und gehört zu den Angeboten der Evangelischen Stiftung Gotteshütte. Aktuell besuchen rund 80 Kinder und Jugendliche die Schule. Unterrichtet wird in den Klassenstufen 5 bis 10 mit Lehrplänen, die individuell auf jede einzelne Person zugeschnitten sind. Alle Schülerinnen und Schüler weisen „Auffälligkeiten im sozialen, emotionalen, psychomotorischen und psychosomatischen Bereich sowie im Lern- und Leistungsverhalten“ auf und konnten, meist nach mehreren Schulwechseln, nicht länger sinnvoll auf Regelschulen unterrichtet werden. An der Lutherschule haben sie die besten Aussichten, dank intensiver und individueller Förderung einen Hauptschul- oder sogar einen Realschulabschluss zu schaffen. Mit der Bücherei will der Förderverein auch solchen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Büchern ermöglichen, die sonst zum Beispiel aus finanziellen Gründen wenige Chancen haben, an Lesestoff zu gelangen. Im Angebot ist von Erstlesebüchern über Gutenachtgeschichten, Fantasy und Krimis bis zu Mangas alles, was Kinder und Jugendliche gern lesen. Auch einige Klassensätze sind vorhanden.
Die drei Vertreter der Mindener Stiftung für Kinder waren letztlich genauso angetan von der hell, freundlich und einladend gestalteten Bibliothek wie die Mitglieder des Fördervereins. Für Böttcher und Plöger war es der erste Termin dieser Art. Sie haben erst im Dezember letzten Jahres ihre Vorstandstätigkeit aufgenommen, nachdem Dr. Christian Schäferbarthold und Ute Kolbow sich nach langjährigem Engagement für die Stiftung nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatten. Mit der Unterstützung des Projekts der Lutherschule sei offenkundig genau das gelungen, was das zentrale Anliegen der Mindener Stiftung für Kinder sei. Kindern in Deutschland gehe es zwar im Vergleich zu vielen anderen Ländern sehr gut, aber trotzdem hätten es viele – auch im Mühlenkreis – deutlich schwerer als andere, sagte Böttcher. „Mit unserer Stiftung möchten wir Kindern und Jugendlichen aus unserer Region Chancen eröffnen, die sie sonst nicht hätten, und genau das wird hier mit der Schulbibliothek erreicht.“