Manche alte Tugend, die in Vergessenheit geraten ist, würde uns heute wieder gut tun. Eine davon ist Demut. Sie hätte das Potenzial, viele Wunden in der Welt zu heilen. Derzeit kann man beobachten, wie viel Unheil das Gegenteil anrichtet: Stolz und Hochmut.
So hat etwa der US-Präsident einen Krieg begonnen, weil er glaubte, seine Armee sei unbesiegbar. Sein Hochmut stürzt aktuell die Welt in eine Abwärtsspirale. Sein russisches Gegenüber hat vor Jahren dasselbe getan. Auch im Kleinen kann man häufig sehen, wie Überheblichkeit Schaden anrichtet. Viele Arbeitsunfälle gehen darauf zurück, dass jemand dachte: „Ich brauche keine Hilfe – ich schaffe das allein!“
Demut ist nicht besonders angesagt, dafür aber schon ein sehr altes Heilmittel. In der Bibel steht (1. Petrus 5,5): Alle müsst ihr im Umgang miteinander Bescheidenheit an den Tag legen. Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber schenkt er Gnade.
Petrus weiß: Stolz und Überheblichkeit zerstören unsere Beziehungen. Wer sich selbst für besser hält, behandelt die Menschen um sich schlechter. Er wird herablassend, nimmt keine Ratschläge mehr an und hält andere klein. Ein demütiger Mensch tut das Gegenteil: Weil er weiß, dass er nicht perfekt ist, lässt er sich helfen und bringt anderen echte Wertschätzung entgegen.
Die Bibel sagt: Das ist eine Haltung, die Gott gefällt. Solche Menschen liebt und unterstützt er. Die Hochmütigen dagegen lässt er auflaufen und an ihrem Stolz scheitern. Gott ist selbst das beste Beispiel für Demut. Obwohl er der allmächtige Gott ist, wurde er in Jesus Christus einer von uns und hat uns Menschen gedient – bis in den Tod. Wer zu ihm kommen und von ihm erhört werden will, muss deshalb selbst demütig werden. Jesus lässt alle abblitzen, die spöttisch auf den Glauben schauen und herablassend darauf warten, dass Gott sich ihnen „beweist“. Aber er hört auf dein Gebet, wenn du eingestehst, dass du ihn brauchst. Dann freut er sich an dir und schenkt dir Gnade.

Johannes Röskamp
Pastor der Markusgemeinde Minden. Seine Predigten veröffentlicht er in seinem Podcast www.son-of-a-preacher-man.de