So kurz vor den Sommerferien tritt dies Phänomen nicht nur in der Schule auf: Müdigkeit und Mutlosigkeit, vor allem wenn sich trotz Engagement der erwünschte Erfolg nicht eingestellt hat. Das kennen viele von uns auch, dass wir in unsere Arbeit, in eine Beziehung oder anderes manches investiert haben, aber wenig dabei herauskommt. Dies erlebt auch der Fischer Simon und klagt Jesus sein Leid: „Wir haben die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen.“ Aber Jesus fordert ihn auf, all seiner Berufserfahrung zum Trotz, doch noch einmal mitten am Tag die Netze auszuwerfen. Und Petrus vertraut seiner ermutigenden Rede: „Auf dein Wort hin will ich es tun.“ Und er macht die beglückende Erfahrung, dass er mit einem reichen Fang beschenkt wird. So will Gott auch uns trotz mancher frustrierenden Erfahrung herausfordern, neue Schritte zu wagen im Vertrauen auf ihn. Dabei erleben wir, er beschenkt uns mit Mut, Kraft und manchmal ganz überraschenden Lösungen. Denn für Jesus ist der wunderbare Fischzug nur der Auftakt dafür, dass er mit Simon noch Größeres vorhat. Er soll sein Mitarbeiter werden und andere Menschen für das Vertrauen zu Gott gewinnen. Er bekommt schließlich sogar einen neuen Namen und eine Verheißung: „Du bist Petrus (das bedeutet Fels) und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“
Nun erleben wir ja in unseren Kirchen derzeit teilweise das Gegenteil: Menschen wenden sich ab, sind nicht mehr bereit, die Aufgaben in der Kirche mitzutragen. Da ist äußerlich eher Rückbau angesagt.
Aber die Verheißung gilt und hat lebensverändernde Kraft. Alle, auch Mitarbeitende in der Kirche, will Jesus neu ermutigen, trotz manchem Frust auf ihn zu vertrauen. Vielleicht sogar den Mut, neue Schritte zu gehen, um Menschen die immer noch beste Botschaft der Welt weiterzusagen: Dass Gott uns in keiner Lebenslage allein lässt.

Andreas Wilmsmeier
Pfarrer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Hartum-Holzhausen