Nach vier Jahren in ihrer ersten Pfarrstelle in Barkhausen verlässt Nadja-Elena von Storch den Kirchenkreis auf dem Weg zu neuen Aufgaben. Auch wenn ihr Weg sie in ein anderes Bundesland und eine andere Landeskirche bringen wird, geht es für die junge Pfarrerin doch nur einige Kilometer die Weser hinauf: Ab dem 1. November wird Pfarrerin Nadja-Elena von Storch ihre neue Stelle in der Marktkirche St. Nikolai in Rinteln übernehmen.
Nadja-Elena von Storch ist 1984 geboren und in Ostfriesland aufgewachsen. Auf Umwegen kam sie in den Pfarrdienst: Erst nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten begann sie ihr Studium der evangelischen Theologie an der Universität Münster. Nach dem ersten theologischen Examen blieb sie für ihr Vikariat in der Erlöser-Kirchengemeinde in der Universitätsstadt. Zum Probedienst wechselte sie im April 2020 in die ländlicher geprägte Kirchengemeinde Havixbeck und Nienberge westlich von Münster.
In Barkhausen wartete dann die erste Pfarrstelle als Nachfolgerin des Pfarrehepaars Hüffmann. Im September 2022 wurde sie in der, in ihren Worten, „wunderschönen Barkhausener Kirche“ in ihre Aufgaben eingeführt. Viel hat sie dort in den letzten Jahren auf einer 75%-Stelle begleiten können: die Nachwehen der Corona-Zeit, die pfarramtliche Verbindung mit den Nachbargemeinden und die aktuellen Entscheidungen zur Zukunft des Martin-Luther-Hauses. Jetzt hat Nadja-Elena von Storch sich entschieden, sich als neue Pastorin an der Nikolaikirche in Rinteln zu bewerben.
Wie viele Entscheidungen im Leben, so sei auch der Wechsel nach Rinteln nicht auf einen Auslöser zurückzuführen. Die Ausgestaltung der Stelle an der Nikolaikirche hat ihr Interesse geweckt. Sie freue sich besonders auf die Möglichkeit zur Stadtkirchenarbeit in der Weserstadt.
Dennoch trennt sie sich ungern von ihrer jetzigen Gemeinde. Die Menschen in Barkhausen seien ihr ans Herz gewachsen, sagt Nadja-Elena von Storch. Sie freut sich auch, dass sie eine Generationenaufgabe wie den laufenden Zukunftsprozess bereits in ihrer ersten eigenen Pfarrstelle mitgestalten konnte. Besonders im südlichen Teil des Planungsraums Minden-West, also in Barkhausen und in den Nachbargemeinden St. Jakobus und St. Simeonis, Thomaskirche, sei man auf einem guten Weg, denkt die Pfarrerin mit Blick auf die Gebäudeplanung und die weitere Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen. Sie habe sehr gerne in diesem Team gearbeitet, berichtet Nadja-Elena von Storch. Doris Franke, Finanzkirchmeisterin und in der Pfarrstellenvakanz Vorsitzende des Presbyteriums, stimmt ihr zu. Das Presbyterium und die Gemeinde bedauern den Abschied: „Wir hätten gerne weiter mit Frau von Storch hier in Barkhausen gearbeitet.“
Durch die engen Beziehungen mit den Nachbargemeinden und die pfarramtliche Verbindung von Barkhausen mit den dortigen Pfarrstellen sei die Versorgung vor Ort gesichert, betont Superintendent Michael Mertins. Pfarrerin Catharina Bluhm, Pfarrer Oliver Jusek und, neu im Team, Vikar Fabian Neuhaus aus St. Jakobus und der Thomaskirche sind bereits feste Größen auch für die Barkhausener Gemeindeglieder, nicht zuletzt bei der laufenden Wanderkirche im Sommer.
Eine direkte Wiederbesetzung der Stelle von Pfarrerin von Storch ist leider nicht möglich. Aufgrund der rückläufigen Gemeindegliederzahlen im Kirchenkreis und Planungsraum würde die Landeskirche keine Freigabe zur Wiederbesetzung mehr erteilen. Stattdessen würde nun durch den laufenden Zukunftsprozess im Kirchenkreis regionaler gedacht, erklärt Mertins. Barkhausen sei, obwohl Portaner Ortsteil, eingebunden in den Planungsraum Minden-West. Nicht nur die Besetzung von Pfarrstellen werde jetzt auf dieser regionalen Ebene gedacht; auch das kirchliche Leben in den einzelnen Orten gehe immer mehr über alte Gemeindegrenzen hinweg. Gerade die Entwicklung in Barkhausen sei ein Beleg dafür, wie vorausschauend der regionale Ansatz sei.
„Zukunftsprozesse und engeres Zusammenwachsen sind überall Thema, auch in Rinteln“, weiß Nadja-Elena von Storch. Ihre neue Stadtgemeinde arbeitet bereits eng mit den Nachbargemeinden Johannis und Todenmann, Krankenhagen und Exten-Hohenrode zusammen. Zusammen bilden die Gemeinden die Region „Rinteln“, eine von vier Regionen neben „Nord“, „Obernkirchen-Auetal“ und „Wesertal“, den Planungsräumen im Kirchenkreis Minden nicht unähnlich. Auch ein weiterer Veränderungsprozess wird ihr nicht unbekannt sein: Wie die laufenden Überlegungen zur Vereinigung der Kirchenkreise Minden und Lübbecke arbeitet auch der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg an einem großen Zusammenschluss mit den Nachbarn unter dem Arbeitstitel „Leine-Mittelweser“. „Das ist eine Herausforderung unserer Zeit“, resümiert die Pfarrerin. „Aber Gott hat uns auch genau dafür berufen, und das an allen Orten.“