„Wie schade! Jetzt ist der Sommer endgültig vorbei!“ Sehnsüchtig schaut der ein oder die andere auf den Urlaub und die hellen, warmen Tage zurück. Jetzt ist es Herbst geworden. Das Wetter wird rauer, die Abende dunkler. All das erzählt von Veränderung.
Man könnte es auch anders sehen: Ich freue mich, die erste Kastanie zu finden, die sich in meiner Jackentasche so schön glatt anfühlt. Ich staune über die Farbenpracht der Blätter. Und dass die große Hitze vorbei ist, finde ich gar nicht so schlimm. Ach ja, und bald habe ich Geburtstag. Auch das ist ein Grund zur Freude.
Der Wechsel der Jahreszeiten erinnert uns: Veränderung gehört zum Leben. Manches lassen wir gern hinter uns, anderes würden wir am liebsten festhalten.
Auch in der Bibel werden Geschichten von Veränderung erzählt. Ich denke dabei an Abraham. Er ist schon alt, als Gott ihn auffordert, seine Heimat zu verlassen. Er soll in ein neues Land aufbrechen. Gott verspricht ihm eine Zukunft. Eine genaue Wegbeschreibung bekommt Abraham nicht. Er weiß nicht, was ihn erwartet. Trotzdem macht er sich auf den Weg.
Veränderungen suchen wir uns oft nicht selbst aus: Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, Unvorhergesehenes passiert, Gewohntes fällt weg, Pläne müssen sich ändern. Da wäre es schön, wenn wir vorher wüssten, ob alles gut wird. Aber so funktioniert das Leben nun einmal nicht.
Mir macht es Mut, dass in der Bibel davon erzählt wird, dass wir bei allen Veränderungen unsere Wege nicht allein gehen. Wie Abraham dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott mitgeht, auch wenn wir noch nicht wissen, was hinter der nächsten Kurve liegt.
So gehe ich in diesen Herbst, der mich einlädt, neugierig auf das zu bleiben, was kommt und auf die Veränderungen in meinem Leben. Ich bin unterwegs: mit einer Kastanie in der Jackentasche, offenen Augen für die bunten Blätter und der Zuversicht: Gott ist an meiner Seite.

Maike Derstvensek
Gemeindepädagogin in der offenen Kirche St. Simeonis und in der Simeons Herberge