Wir alle tragen Verantwortung für unser Leben und für das Zusammenleben in unserer Welt, denn uns steht nur diese eine Welt als Lebensraum zur Verfügung. Menschen, die zuhause einen Garten haben, sorgen dafür, dass er gepflegt und in Ordnung gehalten wird. Der eigene Garten ist ein gutes Bild für das Leben um uns herum: Würden wir unseren Müll achtlos in unseren Garten werfen? Wie gehen wir mit öffentlichen Orten in unserer Stadt um? Ist es uns wichtig, dass auch diese Orte einladend und freundlich aussehen? Einen Garten zerstören wir nicht, sondern pflanzen etwas, was wir später als Ertrag ernten können: Gemüse oder Obst. Oder wir freuen uns an dem, was im Garten blüht. Warum gelingt es uns Menschen nicht, unsere Welt wie einen Garten zu sehen, wie ein Geschenk Gottes an uns Menschen?
Dann würden wir Konflikte und Machtinteressen, die es immer wieder unter Menschen, auch unter Völkern geben wird, auf anderem Wege lösen als durch brutale und zerstörerische Kriege mit ihren schrecklichen Folgen für die Menschen und für das Leben auf unserer Erde. Kriege, auch Angriffskriege, darf es heute in unserer Welt nicht mehr geben. Denn Kriege zerstören nicht nur das Leben so vieler Menschen, sondern haben unabsehbare Folgen für das Klima und die Lebensgrundlagen in unserer Welt. Ebenso zerstört der fortschreitende Raubbau an der Natur, wie die Abholzung der Regenwälder, unsere Lebensgrundlagen, weil damit die „grünen Lungen“ unserer Erde für immer verloren gehen.
Die Schöpfungszeit, die unsere Kirchen vom 1. September bis 4. Oktober feiern, will uns daran erinnern, dass wir Menschen Teil dieser Schöpfung sind. Wir tragen eine Mitverantwortung dafür, dass Menschen auch in Zukunft in unserer Welt leben können. Dazu gehört ein Lebensstil, der nicht einem ungebremsten Konsum folgt, sondern verantwortlich mit den Ressourcen umgeht, die wir zum Leben haben. Daran erinnert uns der Ökumenische Tag der Schöpfung am 04. September. Das diesjährige Motto stammt aus dem biblischen Buch Hiob (38, 18): „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“

Pfarrer Christian Hohmann

Pfarrer Christian Hohmann

oikos-Institut für Mission und Ökumene in der Evangelischen Kirche von Westfalen und Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirche in NRW