Was wird aus den Gebäuden der Kirchengemeinde An der Bergkante? Die Gemeinde, die sich von der Oeynhausener zur Mindener Seite des Wiehens erstreckt, muss sparen. „Wir möchten unser Gemeindeleben in allen Bezirken auf eine nachhaltige Basis stellen“, sagen Christel Sander und Uwe Meyer. Mit ihren Mitstreitern in der Gemeindeleitung möchten sie ihr Vorhaben am 19. Juni um 19 Uhr in der Kreuzkirche Rothenuffeln vorstellen.
Zu viel Beton, Holz und Stein für zu wenige Menschen: So lässt sich die Lage im Kirchenkreis Minden knapp beschreiben. Schon jetzt muss über ein Drittel der Mittel für den Unterhalt der Gebäude aufgebracht werden, über 40 Prozent, erklärt die Gemeinde. Bis Ende des Jahrzehnts könnte dies auf zwei Drittel anschwellen. Nur ein Drittel würde für das Gemeindeleben bleiben. Der Betrieb der Gebäude sei da noch gar nicht eingerechnet: Heizung, Versicherungen, die tagtäglichen Kosten verschärfen die Situation zusätzlich.
Um diesen Kipppunkt zu vermeiden, hat sich der Kirchenkreis ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 40 Prozent der Kosten für den Erhalt der Kirchen, Gemeindehäuser und Gemeindezentren sollen eingespart werden. Der Weg dahin ist den Gemeinden überlassen, in deren Besitz sich diese Gebäude befinden. Von Umbauten und neuen Nutzungskonzepten bis zum Verkauf oder andere Trägerschaft reichen die bisher veröffentlichten Pläne. Bis zur Synode des Kirchenkreises am 20. Juni sollen die Gemeinden ihre Strategien entworfen haben.
Wie alle Gemeinden in den vier Regionen des Kirchenkreises ist auch die Gemeinde An der Bergkante aufgefordert, neue Perspektiven für ihre Gebäude zu finden. Was sie jedoch von den anderen unterscheidet, ist ihr junges Alter: Sie ist erst in diesem Jahr aus Bergkirchen und Oberlübbe-Rothenuffeln entstanden. Ihre Ortschaften, Bergkirchen und Wulferdingsen, Haddenhausen und Rothenuffeln, Ober- und Unterlübbe, haben alle Bestandsgebäude und Gruppen, Chöre und mehr mit in die neue Verbindung eingebracht.
Für die Gemeinde ist die Entscheidung über die Immobilien Herausforderung und Chance zugleich: Die Einsparungen werden den Abschied von einigen vertrauten Gebäuden bedeuten. Aber der Plan, den sie der Gemeindeversammlung vorstellen wollen – soviel deuten die Vertreter der Gemeindeleitung schon an – sei auch ein Bekenntnis zu allen drei Bezirken der Gemeinde. Sie sehen darin ein Zeichen des neuen gemeinsamen Denkens, dass zusammen Verantwortung für die nötigen Schritte übernommen wird. Gleichzeitig können neue Impulse entstehen, wenn Chöre oder andere Gemeindegruppen sich gegenseitig kennenlernen und, vielleicht an anderen Orten, für die Zukunft neu aufstellen.
Die Gemeindeleitung steht bereits im Dialog mit den Gemeindegruppen, den Menschen in ihren Bezirken und Vertretern der Zivilgesellschaft. Sie hoffen, dass viele von ihnen den Weg zum Gespräch am 19. Juni finden und gemeinsam die Pläne mit Leben füllen werden.