Was ist die Parole der Stunde? „Bleiben Sie zu Hause“, hört man oft und immer: „Kontakte vermeiden“. Aber was tun wir zu Hause, um diese schwierige Zeit zu überstehen? Im April letzten Jahres haben noch viele die Zeit genutzt, in sich zu gehen. Viele Stimmen äußerten sich hoffnungsvoll, dass die Welt dadurch eine gerechtere werden kann, wenn Menschen sich auf das Wesentliche konzentrieren. Aber nach November, Dezember und nun der Verlängerung der Coronamaßnahmen liegen die Nerven blank. Das ist eine ganz natürliche Abfolge. Erst das Aufatmen, dann der zunehmende Stress, der Lagerkoller und die psychische Belastung durch die Einschränkungen bei der Arbeit. Lehrerinen oder Lehrer sehen, dass sie die Unterrichtsmethoden ständig umstellen, um den Jugendlichen den nötigen Unterrichtsstoff noch zu vermitteln, aber dass die nötige langfristige Planung fehlt. Andere müssen zusehen, wie das Ergebnis ihrer jahrelangen Aufbauarbeit zerbricht.

Keine und keiner kann aus der Situation und seiner Angst ausbrechen. Aber wir können eines tun, uns bewegen. „Bewegt euch“, sollte ein Gesundheitsminister rufen. Wer sich bewegt, wer Sport treibt, kann den Stress abbauen, den Kopf wieder frei bekommen, um kreativ mit der schwierigen Situation umzugehen. Wer sich bewegt, schläft gut und tut etwas gegen die ganzen  psychischen Erkrankungen, die uns in dieser Zeit drohen.

Bewegung und Sport müssen natürlich auch Spaß machen, sonst haben sie nicht die positive Wirkung. Sich alleine bewegen ist nicht jedermanns Sache. Deshalb bieten manche Vereine in Minden notgedrungen wenigstens eine online Vernetzung für Interessierte an (z.B. TuS Minderheide, Zoomtrainig für Kinder und Erwachsene).  Der Arbeitsbereich Kirche und Sport der Ev. Kirche bietet sogenannte workout-Gottesdienste online an, bei dem Gymnastik zum Mitmachen mit einem kurzen Gottesdienst verknüpft wird. Die erste Ausgabe April 2020 (von inzwischen drei) führt gut in das Anliegen ein: https://www.youtube.com/watch?v=NWShHOJ8npw

Bewegung ist zentral für die biblische Botschaft. Wir sind gerufen, Jesus nachzufolgen, d.h. wir müssen uns bewegen, nicht nur im übertragenen Sinne. Das Leben ist eine Reise; und ein schwerer Weg liegt vor uns. Nur ganzheitlich, mit Körper und Geist, können wir diesen Weg gehen, damit wir am End des Jahres mit 2. Timotheus  4,7 sagen können: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.

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Clemens Becht

Clemens Becht

Pfarrer, St. Marienkirchengemeinde Minden , Bezirk St. Lukas

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