Minden. „Deine Toten werden leben / denn sie sind Dir wohlbekannt/ Du schreibst jeden ihrer Namen / liebevoll in Deine Hand“: Diese Verse hat der Mindener Dichter Hans Kirchhoff vor nicht allzu langer Zeit im Blick auf die Verstorbenen der Corona-Pandemie und mit Bezug auf Jesaja, 26,19 geschrieben. Nun ist Kirchhoff plötzlich gestorben und seine Worte erhalten noch einmal eine ganz andere, persönliche Bedeutung.
Mehr als zehn Jahre lang war Kirchhoff in der Offenen Kirche St. Simeonis als Schöpfer, Organisator und Rezitator der Reihe „MUT – Musik Und Texte zur Wochenmitte“ tätig. In der Tradition seiner römisch-katholischen Kirche und im Mindener Dom fest verankert engagierte er sich leidenschaftlich in der evangelischen St.-Simeonis-Kirche. Wie nur wenige Menschen hat er den hoffnungsvollen Geist christlicher Ökumene vorgelebt und beflügelt. Im Projekt „MUT – Musik Und Texte zur Wochenmitte“ hat Hans Kirchhoff auf einzigartige Weise Musik, Poesie und biblische Tradition – Kultur und Kultus – zu einem Ganzen verbunden. Als theologischer Lehrer und christlicher Dichter machte er deutlich, dass auch heute geistliches und geistiges Leben zusammengehören. In seiner Sprache war ihm geschenkt, Unsagbares sagbar zu machen und über Alltägliches zu erstaunen. Seine Warmherzigkeit und Offenheit, seine unvergesslichen Worte werden in der Offenen Kirche St. Simeonis sehr fehlen– sie werden das Team aber auch in Zukunft begleiten. Hans Kirchhoffs aus mehr als einem Jahrzehnt gesammelten Gedichte sind ein faszinierender Schatz, der auch in Zukunft in Gottesdiensten und Veranstaltungen zur Sprache kommen wird.

Am Mittwoch, 21. September, wird die Offene Kirche St. Simeonis Hans Kirchhoff um 17.30 Uhr mit einer Gedenkfeier in St. Simeonis verabschieden. Das Team der Lektorinnen der MUT-Reihe wird Texte von Hans Kirchhoff vortragen und viele der Musikerinnen und Musiker, die die MUT-Reihe jahrelang künstlerisch geprägt haben, werden ihre Instrumente erklingen lassen. Alle Besucherinnen und Besucher der MUT-Reihe und alle Menschen, die Freude an Poesie und Musik haben, sind herzlich eingeladen.

(Beitrag von Pfarrer Andreas Brügmann, Foto von Alfred Loschen / Offene Kirche St. Simeonis)

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