Nicht nur, liebe Leserinnen und Leser, weil der Karnevalsmonat am morgigen Sonntag beginnt, freue ich mich, über den Monatsspruch für den Februar: „Du sollst fröhlich sein und dich freuen über all das Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.“ (5. Mose 26,11)
Ein maximaler Kontrapunkt gegenüber allem, was uns sonst so zuallererst auf unserem Gedanken-Desktop aufleuchtet: Gegenüber der zerstrittenen Gesellschaft, einer Welt voller Machtgier, Völkerrechtsvergehen, Machismo, Kriegen und Gewalt, gegenüber unseren Zukunftsängsten und der bedrohlichen Klima-Wende.
Du sollst fröhlich sein; eher nicht weil mit Humor ohnehin alles besser geht, sondern weil es ja in unserem Leben auch so unendlich viel Gutes und Dankeswertes gibt. Das ist ein sogar therapeutischer Rat, sich mal hinzusetzen und sich zu fragen: für welche drei kleinen Dinge am heutigen Tag kann ich denn dankbar sein?
Ja, verdächtig in diesem Bibelvers klingt es schon, wenn von der „Familie“ die Rede ist, aber warum eigentlich? Ist dabei der Rat denn schon eingeschlossen, sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung zurückzuziehen?
Ich finde nicht, denn über das Familiäre hinaus gibt es doch auch noch so viel „Wonder“-bares in dieser Welt.
Vor gut vier Jahren hat Michael Patrick Kelly mit dem Rapper Rakim den Song „Wonders“ veröffentlicht. „I see wonders in a broken world“, heißt es darin. Wunder in einer zerrissenen Welt, verborgen unter allem Dreck, mitten in Sorgen und Elend:  Menschen, die füreinander einstehen, Integration fördern, Frieden suchen, einander helfen, Kinder tanzen Hand in Hand über eine dunkle Steinwüste im dazugehörigen Video. Das alles sind in der Tat „Wunder“, und die kommen „von oben“… Grund genug, auch mal fröhlich zu sein, oder?

Volker Niggemann

Volker Niggemann

Pastor an St.-Matthäus, Minden