Er hat die seelsorgliche Arbeit im Kirchenkreis und darüber hinaus über ein Vierteljahrhundert geprägt: Pfarrer Wilhelm Appel war vom November 1972 bis zum 30. April 1997 als Krankenhausseelsorger im Ev. Kirchenkreis Minden tätig. Am 1. Januar 2026 ist der beliebte Seelsorger verstorben.

Pfarrer i.R. Wilhelm Appel wurde im Spätherbst 1932 auf dem elterlichen Hof in Darmstadt geboren. In seiner Jugend war er in der Landwirtschaft und in der Mühle seiner Familie tätig, bevor er sich im Alter von 21 Jahren für eine anfänglich diakonische Laufbahn entschied. Der Ausbildung als Diakon in Treysa-Hephata folgte ab 1957 die Arbeit mit jungen Menschen als Religionslehrer an berufsbildenden Schulen und Jugend-Seelsorger. Nach seinem Theologiestudium wurde Wilhelm Appel 1970 im hessischen Gladenbach ordiniert und als Gemeindepfarrer eingeführt. Zwei Jahre später folgte der Ruf in den Ev. Kirchenkreis Minden. 

Am Sonntag, dem 19. November 1972, wurde Wilhelm Appel durch den damaligen Superintendenten Heinrich Wilke in sein Amt als Krankenhausseelsorger eingeführt. Es war Wahlsonntag, die historische erste vorgezogene Bundestagswahl. Aber auch für die Seelsorge im Kirchenkreis markierte die Einführung von Pfarrer Appel einen Wendepunkt. Seine Vorgängerin Ruth Mielke, Vorkämpferin für die Gleichstellung von Frauen im Pfarramt, hatte die Seelsorge im Krankenhaus als Teil ihrer Rolle als Stadtvikarin übernommen, neben Religionsunterricht, Frauenhilfe und anderen Aufgaben.

Als erster hauptamtlicher Krankenhausseelsorger auf einer kreiskirchlichen Pfarrstelle im Ev. Kirchenkreis Minden hat Pfarrer i.R. Wilhelm Appel die seelsorgliche Arbeit in den Kliniken über ein Vierteljahrhundert geprägt sowie den Aufbau der TelefonSeelsorge in der Region geleitet. Nicht zuletzt geht das noch heute genutzte Logo der Krankenhausseelsorge auf seinen Entwurf zurück. In der Begegnung mit den Menschen, den Patienten, ihren Angehörigen und den Mitarbeitenden im Stadtklinikum I, hat er sich von seinem Glauben und den Fragen und Sorgen seiner Mitmenschen führen lassen. „Die Position des Menschen, der mit mir spricht, ist der rote Faden“, hatte Wilhelm Appel dem Mindener Tageblatt anlässlich seines Ruhestands erklärt. Diesem seelsorglichen Anspruch entsprechend hat er die Patientinnen und Patienten sowie das medizinische und pflegerische Personal im Klinikum I als unvoreingenommener Zuhörer begleitet.

Der Ev. Kirchenkreis Minden trauert um einen besonderen Seelsorger und dankt ihm für seinen Dienst an den Menschen und im Kirchenkreis.

Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, seinen Kindern und seinen Angehörigen.