Wie erfolgreich wird die Fußball WM im Sommer sein, mal ganz abgesehen vom Abschneiden der deutschen Mannschaft? Trump wird sie zur schönsten und besten aller Zeiten erklären. Und jedem ist klar, dass Großveranstaltungen des Sports, wie die kommende Fußball WM, politische Bühnen sind. Diese Bühne weiß Trump zu nutzen. Und auch Infantino will vorne mitspielen. Infantino hat ja Trump unlängst den lächerlichen und eigens für ihn gestifteten Fifa-Friedenspreis verliehen.
Und wer setzt sich für die Grundsätze des Sports ein? Als Christen wissen wir, dass Frieden und ein gerechtes Miteinander keine Show sind, sondern das Ergebnis der Einsicht von uns allen gegenüber den Wegen Gottes. Wenn ein Spieler ausgepfiffen wird oder rassistisch beleidigt, da erheben viele ihre Stimme und nehmen Stellung für einen fairen Sport. Aber zu den Veranstaltern der WM herrscht großes Schweigen. Wenn sich Funktionäre überhaupt einmal zur völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Politik Trumps und zu der Verletzung der Privatsphäre der Fans und der Unterdrückung von Kritik äußern müssen, sagen viele: Wir wollen doch Sport und Politik trennen. Es ist schon klar, nichts soll das Geschäft stören. Und auch die Fans hoffen auf Spiele ohne Boykott. Aber was tut der Sport, um seine Grundsätze von Fairplay, Toleranz, und Mitmenschlichkeit zur Geltung zu bringen, wenn viele Funktionäre und Reporter schweigen. Diese WM können nur Spieler und Fans retten, indem sie eindeutig gegen Krieg, Massenabschiebungen, Rassismus und Korruption Stellung beziehen. Kein Stadion, kein Talk und keine Fanmeile dürfen ohne Hinweis auf die Folgen von Krieg und Menschenverachtung sein.
Als Kirche haben wir eine klare Haltung. Trump und Infantino können das Recht nicht mit Füßen treten. Die Kirche erinnert an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.

Clemens Becht
Pfarrer, Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Marien/Bezirk St. Lukas