Minden. Am „Grabfeld der Erinnerung“ wird Menschen gedacht, die es im Leben oft nicht leicht hatten. Menschen, ohne nahe Angehörige, die sonst anonym beigesetzt würden, erhalten hier eine würdige Bestattung. Doch das Grabfeld soll mehr sein als eine letzte Ruhestätte. Die Friedhofsgruppe hat auf dem Mindener Nordfriedhof eine kleine Oase der Einkehr geschaffen, die jetzt um eine zentrale Sitzgruppe erweitert wurde. Mit einem Fest am „Grabfeld der Erinnerung“ wurde diese nun feierlich eingeweiht.

An dem Fest nahmen neben Vertretern von Politik und Kirche vor allem die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedhofsgruppe teil, die das „Grabfeld der Erinnerung“ seit Jahren pflegen und erhalten. „Sie jäten Kraut, pflanzen Blumen und reinigen die Grabsteine“, hob Andrea Driftmann, Ehrenamtskoordinatorin der Diakonie Stiftung Salem, das Engagement hervor. Sie bedankte sich in ihrer Begrüßung für die Spende der Diakoniestiftung Minden, die die Erweiterung des Grabfeldes möglich gemacht hatte. Für die Bänke hatten die Städtischen Betriebe Minden ein Fundament aus Sandstein sowie eine umfassende Sandsteinmauer angelegt. Die eigentliche Sitzfläche fertigte Jürgen Kugel, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter der Friedhofsgruppe, aus massiven Eichenbohlen. Unterstützt wurde die Arbeit von der Metallabteilung der Diakonischen Werkstätten Minden. Für Jürgen Kugel waren die Bänke fast so etwas wie ein Abschiedsgeschenk an die Friedhofsgruppe, die er aus persönlichen Gründen verlässt. Von Oberin Andrea Brewitt wurde er im Rahmen der Feier offiziell verabschiedet.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Pfarrerin Catharina Bluhm auf der Querflöte, sowie von Ursula Lübbert und Ulrike Meier, die mit Klangschalen und Klang-Gong ein besonders Hörerlebnis schufen. Pfarrer Thomas Lunkenheimer, theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem, hob in einem geistlichen Impuls die Bedeutung des Grabfeldes als Ort des Andenkens hervor. Dass hier die Erinnerung an Menschen wachgehalten wird, unabhängig von sozialer Situation und Herkunft, setzte er in Bezug zur christlichen Botschaft: „Jeder ist in Gottes Augen einzigartig. Keiner ist vergessen bei Gott“, so Thomas Lunkenheimer. Um das Andenken an die Verstorbenen zu bewahren, sei der Standort des Grabfeldes ganz bewusst gewählt, stellte Friedhofsmeister Alwin Pamin klar. „Hier in der Nähe ruhen viele Menschen, die über die Grenzen Mindens hinaus bekannt sind“, erklärte Alwin Pamin. Die exponierte Lage des Grabfelds rücke die Verstorbenen in die Mitte der Gesellschaft und sei prädestiniert, um die Erinnerung wach zu halten.

Ein Grußwort steuerte Superintendent Michael Mertins bei. „Das Grabfeld der Erinnerung zeigt zweierlei: Die Menschlichkeit der Mindener Gesellschaft und die Hoffnung unseres christlichen Glaubens“, so Michael Mertins. Pastor David Sonntag vom Pastoralverbund Mindener Land segnete das Grabfeld und stellte fest: „Ein Grab ist für uns Christen nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern weist uns auch eine Perspektive nach vorn.“ Bürgermeister Michael Jäcke hob in seinem Grußwort besonders das ehrenamtliche Engagement der Friedhofsgruppe hervor. „Ich darf mich im Namen der Stadt Minden dafür bedanken, dass sie diese Herausforderung des Ehrenamtes Tag für Tag stemmen“, sagte Michael Jäcke.

Um in ihrer ehrenamtlichen Arbeit auch mal eine kleine Pause einzulegen, haben die Mitglieder der Friedhofsgruppe mit ihrer neuen Sitzgruppe die perfekte Rastmöglichkeit. Aber auch die Passanten des Nordfriedhofes lädt das „Grabfeld der Erinnerung“ nun ein, hier einen Moment innezuhalten.

(Beitrag von Christian Niemann / Diakonie Stiftung Salem)

 

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