Minden. Vom Supermodel zur Modefotografin und schließlich zur Kriegsberichterstatterin entwickelte sich die Amerikanerin Lee Miller in einer Zeit, in der ein solcher Weg für eine Frau ganz und gar ungewöhnlich war.

1907 geboren, wurde sie zunächst als Fotomodell und Muse des Surrealisten Man Ray bekannt. Nach ihrer Zeit als Model mauserte sie sich zur Fotografin. Ab Mitte der Dreißiger Jahre befand sie sich in Großbritannien, als die Bedrohung durch den Nationalsozialismus immer größer wurde. Gerade hatte sie sich als Modefotografin bei der Vogue in London etabliert, als die deutsche Luftwaffe die britische Hauptstadt bombardierte. Mit ihrer Kamera dokumentierte Miller die desaströsen Folgen der Luftangriffe und wollte danach unbedingt an die Front, um dort weiter zu fotografieren. Die britischen Behörden gewährten jedoch Frauen grundsätzlich keinen Zugang zur Kriegsberichtserstattung. David Scherman, ein befreundeter Fotograf, nahm Miller mit nach Frankreich. Als Amerikanerin konnte sie dort in Frontnähe arbeiten. Gemeinsam mit Scherman reiste sie später nach Deutschland und fotografierte dort weiter. Von Lee Miller und David Scherman stammen ikonische Bilder zum Beispiel von Waggons voller Leichen, befreiten Konzentrationslagern und Hitlers komfortablem Badezimmer in seinem Münchner Wohnsitz am Prinzregentenplatz.

Der britisch-amerikanische Film „Die Fotografin“ aus dem Jahr 2023 erzählt die Geschichte von Lee Miller in der Rückschau und mit einer großartigen Kate Winslet in der Titelrolle. Am kommenden Mittwoch, 4. März, ist er in der Reihe „Kirchen und Kino“  um 19.30 Uhr in der „Birke“ zu sehen. Der Film dauert 116 Minuten und ist empfehlenswert ab 14 Jahren.