Wort zum Sonntag

Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.

Tu m’appelles – Ruf mich an
Adel Tawil
Ruf meinen Namen
Ich steig‘ ein, fahr‘ los und bin da
Ich flieg‘ über jeden Ozean
Weil mich für dich nichts am Boden hält

Ich schwör‘ dir, kein Weg ist zu weit für mich
Ein Wort ist genug
Ich komm‘ überall hin, sobald ich hör‘
Dass du mich rufst
Diese Zeilen stammen aus einem Lied, das wir momentan oft im Radio hören. Es stammt von Adel Tawil – einem Sänger, der sich in seinen Liedern mit Themen beschäftigt, die uns alle angehen. In seinem Lied „ Ist da jemand“ sucht er jemanden, der uns in den schweren Zeiten des Lebens begleitet und uns hilft. In seinem neuen Lied „Tu m’appelles“ verspricht er: egal, wo du hingehst, wie weit du entfernt ist: ich komm zu dir und helfe dir.
Ganz schön mutig – welcher Mensch kann schon so etwas versprechen … .
Der Gott der Bibel verspricht ähnliches:
RUFE MICH AN IN DER NOT; SO WILL ICH DICH RETTEN UND DU SOLLST MICH PREISEN Ps 50,15
Das ist Gottes Telefonnummer, so habe ich es meinen Konfirmanden und Schülern beigebracht. Ich glaube übrigens, dass viel mehr Menschen mit Gott reden als wir glauben. Nicht nur in Notsituationen, sondern auch sonst. Beten ist mehr als eine religiöse Pflichtübung. Es gehört zu einem Leben mit Gott dazu – so wie wir Menschen in Beziehungen ja auch miteinander sprechen. Auch Jesus betete. Und als seine Jünger ihn fragten, wie sie denn eigentlich beten sollten, gab er ihnen und uns das Vater Unser.
Und Jesus hat dem Beten eine besondere Verheißung gegeben: Bittet, so wird euch gegeben.
Ruf mich an – das Lied von Adel Tawil bleibt unkonkret; es wird uns nicht gesagt, wer da wen anruft.
Wir sind eingeladen, ganz konkret das Gespräch mit dem Herrn der Welt zu suchen und ihn um alles zu bitten, was wir auf dem Herzen haben.
Er wird sich darum kümmern, weil er es versprochen hat. „Rufe mich an, dann antworte ich dir und teile dir unfassbare Dinge mit, von denen du nichts weißt.“ Jeremia 33,3 (Neue evangelische Übersetzung )
Gute Tage mit viel Zeit zum Gespräch mit Gott und seinen Menschen wünscht Ihnen
E. Zinnke, Schulpfarrer an der Gesamtschule Porta Westfalica

Eckart Zinnke

Eckart Zinnke

Schulpfarrer an der Gesamtschule Porta Westfalica

Urlaub…

Viele von uns haben in diesen Tagen Urlaub, freuen sich darauf oder sehnen sich angesichts der Hitze danach. Einfach mal ein paar Tage abschalten auch von manchen Alltagssorgen. Nun ist es aber so, dass auch in der Urlaubszeit Krankheits- und Todesfälle keine Pause machen, Verkehrsunfälle sogar nicht selten sind. Darum ist uns vom Team der Notfallseelsorge wichtig, dass dieser Dienst auch in der Ferienzeit an allen Tagen rund um die Uhr besetzt ist. Durch gutes Zusammenwirken von haupt-und ehrenamtlich Mitarbeitenden ist dies auch möglich. Dadurch wollen wir, selbst wenn wir bei Einsätzen davon gar nicht immer reden, zum Ausdruck bringen, dass unser Gott auch 24 Stunden 365 Tage im Jahr für uns da sein will. Gerade auch in Notfällen aber nicht nur. „Ich gehe oder liege so bist du um mich und siehst alle meine Wege“, heißt es in der Bibel. Und darum kann doch die Urlaubszeit gut dafür sein, sich Zeit für Gott zu nehmen: Bei einer Kirche am Weg stoppen für einen Moment der Stille. In einer wunderbaren Landschaft ihm danken für die Schönheit der Schöpfung. Eine Bibel ins Urlaubsgepäck legen und mal wieder darin lesen. Am Urlaubsort oder zuhause einen Gottesdienst besuchen (die finden trotz Ferien statt). Unser Gott macht keinen Urlaub, sondern ist dann für uns da, wenn wir Zeit für ihn haben oder uns nehmen. Auch für die, die keinen Urlaub haben oder in diesen Tagen gar belastende Herausforderungen erleben. Jeder Gottesdienst kann eine Auszeit vom Alltag sein. Ich wünsche Ihnen eine behütete Ferienzeit, wo immer Sie sind

Andreas Wilmsmeier

Andreas Wilmsmeier

Pfarrer, Ev. Kirchengemeinde Hartum-Holzhausen und Koordinator der Notfallseelsorge im Kirchenkreis

Zeichen

Ich biege um die Ecke und sehe auf der Strasse drei aufgemalte Kreidepfeile, die in unterschiedliche Richtungen zeigen. Ganz kurz bin ich versucht, mich an der Schatzsuche zu beteiligen, aber diese Zeichen sind ja nicht für mich. Auf allen Kindergeburtstagen war das der Höhepunkt: Die Schatzsuche, gerne auch schon in der Dämmerung. Dann am Ende die Berichte über die Abenteuer, die man erlebt hat, der Streit über nicht eindeutige Zeichen und die Freude über den doch noch gefundenen Süßigkeitenschatz.
Auch Jesus Christus lädt zu einer Entdeckungsreise ein, wenn er von sich sagt, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Johannesevangelium 14,6). Doch wo finden wir Hinweise für unsere spirituelle Schatzsuche? Müssen wir uns aufmachen, geheimnisvolle Zeichen und Symbole zu deuten, wie in einem Roman von Dan Brown?
Ich bin überzeugt, die Antwort liegt in der Person von Jesus Christus selbst. Im Neuen Testament wird beschrieben, dass Jesus selbst das Zeichen Gottes ist. Wer sich mit Jesus Christus, seinem Leben und seinen Worten beschäftigt, kann einen persönlichen Zugang zum Glauben finden.
Jesus benutzte unglaublich viele Gleichnisse, um Gottes Wesen und geistliche Dinge zu beschreiben. Oft sind es Gleichnisse aus der Natur: Da wächst das Reich Gottes einfach so und seine Liebe setzt sich durch. Und auch als langjähriger Christ höre ich nicht auf, mich zu fragen: Wo wirkt Gott heute in meinem Alltag? Wo kann ich entdecken oder zumindest erahnen, wo Gott am Werk ist?
In der nächsten Woche haben wir als Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Minden vierzehn amerikanische Trainer und Sportler für das Baseballcamp zu Gast. Neben allem Spiel, Sport und Spaß machen wir uns mit ihnen und den einhundert angemeldeten Kindern auf den Weg, um Beispiele aus der Welt des Sports mit Bibeltexten zu verbinden. Unsere amerikanischen Gäste haben große Freude daran, Beispiele aus dem Baseball auf den normalen Alltag und das Leben als Christ zu übertragen.
Manche Zeichen Gottes entdecke ich zusammen mit anderen Menschen. In den Gesprächen und Glaubenskursen der Gemeinde sind es immer wieder ganz besondere Höhepunkte, wenn wir im Gespräch entdecken: Da hat Gott dir ein Zeichen gesetzt, dort hast du Gottes Liebe gefühlt, da hat er dich getröstet, bewahrt und geholfen.

Viel Freude beim Suchen, deuten und finden wünscht

Olaf Mohring

Olaf Mohring

Pastor der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Minden