Wort zum Sonntag
Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.
Worauf Sie in Zukunft bauen und vertrauen, auf menschliche Säulen oder auf Jesus als Fundament?
Matthäus 7,24-27
Geht es Ihnen heute gut? Sind sie zuversichtlich, dass es Ihnen bis ans Lebensende gut geht? Wir beantworten diese Fragen mit ja, wenn unser Leben einigermaßen stabil verläuft, wenn wir gesund sind, wenn das Geld passt, wenn die Beziehungen harmonisch laufen. Wir bauen unser Leben auf eine Plattform mit vier Säulen. Auf unsere Kraft mit unseren Gaben und Fähigkeiten, auf menschliche Beziehungen in Familie, Freundeskreis, KollegInnen etc. Auf materielle Sicherheit mit einem regelmäßigen Einkommen, Sparbuch, Versicherungen, Anlagedepots… Wir schaffen uns feste Gewohnheiten, in einem möglichst sicheren Umfeld. Tagaus, tagein verwenden wir viel Kraft, Zeit und Geld, um diese Säulen aufzubauen. Wir fangen in der Jugendzeit damit an und versuchen die Säulen stabil zu halten. Und solange diese Säulen stabil sind, geht es uns gut. Aber wir wissen, so eine Säule kann zerbrechen. Und wenn die eine erst fällt, wird alles andere auch schnell instabil. Das meint Jesus mit: Wer sein Haus auf Sand gebaut, wird es bei Regen verlieren. Auf welchem Fundament ein Haus steht ist das entscheidende. Wie viele Zimmer es hat und wieviel Stockwerke – das können wir entscheiden, auch welche Möbel drinstehen, nordisches Möbelhaus oder Maßarbeit. Das Fundament ist wichtig. Das Fundament ist die Liebe. Die Liebe, die wir von Jesus geschenkt bekommen. Wir können von ihm lernen. Es ist ihm wichtig, dass wir das eigene Lebenshaus nicht auf Kosten anderer bauen. Die Menschen um uns herum, dürfen uns niemals egal sein: Begegnen wir ihnen so, wie auch wir behandelt werden wollen! Wenn wir uns das zu Herzen nehmen, dann werden wir unser Lebenshaus stabil halten. Alle unsere Gaben sind von Gott geschenkt, sollen uns erfreuen und das Leben schön machen. Eines Tages werden wir sie verlieren. Doch wer auf Jesu baut, wird das erfüllte Leben gewinnen. Es bleibt in Ewigkeit!

Schwester Andrea Brewitt
Oberin der Schwesternschaft der Diakonie Stiftung Salem
Befiehl dem HERRN deine Wege
Wie viele von Ihnen vermutlich wissen, neigt sich meine Zeit in der Petrigemeinde und damit in Minden dem Ende entgegen. Ab Oktober wird mich mein Weg zunächst in die Promotion führen. Daher nutze ich diese Gelegenheit, um mich bei Euch und Ihnen allen für die herzliche Aufnahme in Ihre Stadt und den Kirchenkreis und für die gemeinsame Zeit zu bedanken. Viele schöne Momente, Begegnungen und Erfahrungen werden mich auf meinem Weg, wo immer er mich letztlich auch hinführen wird, begleiten. Ganz genau weiß ich nämlich noch nicht, wohin mich mein Weg nach der Promotion führen wird. Diese Ungewissheit teile ich mit vielen Menschen innerhalb wie außerhalb der Kirche und nicht zuletzt auch mit Kirchengemeinden selbst in dieser Zeit des Umbruchs.
Und da ist es gut zu wissen, dass ein gewisses Maß an Ungewissheit erstens gar nicht zu vermeiden und zweitens auch völlig in Ordnung ist. Können wir als Menschen doch ohnehin nicht alle unsere Wege bis ins Kleinste kontrollieren. Gott sei Dank gibt es einen, der das viel besser kann!
Wie es der 37. Psalm so treffend ausdrückt: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohlmachen“. Das bedeutet natürlich nicht, sich nicht nach bestem Wissen und Gewissen selber zu bemühen, sondern in aller Bemühung letztlich alles in Gottes Hände zu legen und sich nicht um Dinge zu sorgen, die ohnehin nicht in der eigenen Hand liegen.
Dazu möchte ich uns alle ermutigen. In unserem persönlichen Leben wie in der Gemeinde. Denn nur allzu leicht kann das angesichts all der kleinen und großen Sorgen des Alltags in den Hintergrund treten. Und dann nehmen die Sorgen schnell überhand. Weil doch so vieles letztlich nicht in unserer Hand liegt. Aber das ist in Ordnung. Weil wir wissen dürfen, dass es in Gottes Hand liegt, der es gut mit uns meint und der es letztlich wohlmachen wird, wenn wir nur auf ihn vertrauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes reichen Segen für Ihre Zukunft!

Roman Groß
Pfarrer i. E., Evangelisch-Reformierte Petri-Kirchengemeinde
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin
Nicht nur zum DFB-Pokalfinale ertönt regelmäßig dieser Ruf, sondern auch vor einigen Jahren auf dem Fußballcamp unserer Gemeinde. Endlich mal das Olympiastadion besichtigen! Das Beeindruckendste an der Führung war für mich neben den enormen Ausmaßen dieser Anlage die Kapelle für die Sportler. Diese Kapelle ist ein ökumenischer Andachtsraum und liegt auf der Ebene minus 4 unter der Haupttribüne, genau zwischen den Kabinen der Mannschaften. Auf ihren Innenwänden sieht man verschiedene Bibelverse in über 15 Sprachen. Wenn man vom Spielfeld in den Tunnel zu den Kabinen geht, läuft man genau auf diese Kapelle zu. An der Außenwand steht in großen Buchstaben – Gold auf Rot – das Bibelwort aus dem Matthäusevangelium 16, 26: „Was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele?“
Jeder Leichtathlet und jeder Fußballer sieht diesen Vers – jeder Gewinner und jeder, der nicht den ersten Platz belegt hat.
Sportler sind aufs Gewinnen ausgerichtet, obwohl alle wissen, dass jeder Wettkampf mehr Verlierer als Gewinner hervorbringt. So hat auch die diesjährige Weltmeisterschaft in Mexico, den USA und Kanada viele Träume erzeugt und auch viele Träume platzen lassen.
Wenn für uns als Kirche am Glacis an diesem Wochenende das Baseball- und Cheerleading-Camp beginnt, begeistert mich immer wieder an unseren amerikanischen Trainern, wie stark sie die Kinder motivieren und ebenso, wie gut sie die unterlegene Mannschaft jedes Mal aufbauen und wertschätzen und damit zeigen, dass Gewinnen nicht alles ist.
Das Bibelwort aus Matthäus 16,26 ist auch für mich ein Trost: Auch wenn in meinem Leben nicht alles glatt läuft oder ich Tiefschläge hinnehmen muss, kann ich mich doch darauf verlassen, dass Gott meine Seele, also mein Innerstes, kennt und mir nahe ist. Und das zu wissen und eine Beziehung zu Gott zu haben, ist für mich der höchste Gewinn.
Am Sonntag treffen sich wieder viele Menschen in den Gottesdiensten unserer Kirchen, um dies zu feiern.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Sommerzeit!

Olaf Mohring
Pastor der Kirche am Glacis – Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Minden