Minden. Zu einem Tag der offenen Tür lädt der Evangelische Kirchenkreis Minden am 2. September in das Martinihaus ein. Dort hat der Kirchenkreis eine zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete eingerichtet: den „Fluchtpunkt Martinihaus“.

Der Tag der offenen Tür am Freitag, 2. September, beginnt um 12 Uhr mit einem Empfang und Führungen durch das Haus. Für 15 Uhr ist eine Podiumsdiskussion zur Ukraine-Krise aus kirchlicher Sicht vorgesehen. Auf dem Podium werden zu erleben sein Superintendent Michael Mertins, Pfarrer Oliver Vogelsmeier (Krankenhausseelsorge), Pfarrer Heinrich Meier (Schulseelsorge), Pfarrerin Katja Reichling (Theologischer Ausschuss des Kirchenkreises) und Pfarrerin Inga Troue (Militärseelsorge der Landeskirche Schaumburg-Lippe). Um 16.30 Uhr trifft man sich am internationalen Kuchen-Buffet und um 17.30 Uhr zum Friedensgebet in der St.-Martini-Kirche. „Gern können Interessierte auch nur an ausgewählten Teilen des Programms teilnehmen“, betont Mertins. Er freue sich auf einen abwechslungsreichen Tag mit vielen Begegnungen.

„Der Fluchtpunkt besteht zwar bereits seit Mai, aber es waren einige Umbaumaßnahmen nötig, die nun abgeschlossen sind“, erklärt Oliver Roth, der Leiter des Teams Integrationsdienst und Flüchtlingsberatung beim Kirchenkreis. Unter anderem hätten Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden müssen; das sei der Grund dafür, warum das Haus in seiner neuen Funktion nicht schon früher präsentiert werden konnte.

Der Fluchtpunkt ist zunächst einmal „Infobörse“ und Beratungsstelle, also ein Ort, an dem Geflüchtete Antworten auf Fragen zum Wohnen, Lernen, Arbeiten, zu Kindertageseinrichtungen und Schulen, zum Recht und zur Gesundheitsversorgung bekommen. Die Anlaufstelle für Geflüchtete ist zwar unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine entstanden, aber grundsätzlich für alle Geflüchteten gedacht. Eine zentrale Rolle spielen im Martinihaus Deutschkurse, die ehrenamtlich von pensionierten Lehrer*innen und ausgebildeten Sprachcoachs geleitet werden. Bei Bedarf findet parallel zu den Kursen eine Kinderbetreuung statt.

Seit der Gründung des Fluchtpunkts ist das Angebot kontinuierlich gewachsen – und wächst auch weiterhin. Inzwischen bietet eine klinische Psychologin aus der Ukraine im Martinihaus psychologische Hilfen an. Zwei Tanzpädagoginnen aus Kiew geben dort Ballettunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

In lockerer Folge kommt im Martinihaus ein „Gastgeber*innen-Stammtisch“ zusammen, an dem sich Menschen begegnen und austauschen, die bei sich zu Hause Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben. „Nicht zuletzt ist der Fluchtpunkt ein Ort, an dem sich Menschen melden können, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen“, sagt Roth.

Das Martinihaus war früher die Evangelische Familienbildungsstätte der St.-Martini-Gemeinde und befindet sich heutzutage in der Trägerschaft des Kirchenkreises. Im Prinzip ist geplant, das Gebäude umzubauen zur zentralen Geschäftsstelle des Kirchenkreises. Dieser Umbau hat sich jedoch durch die Corona-Krise verzögert, so dass abzusehen ist, dass die Bauarbeiten frühestens Mitte des nächsten Jahres beginnen können. Deshalb ist es für den Kirchenkreis möglich, das Gebäude kostenlos und verbindlich bis Mai 2023 für das Projekt „Fluchtpunkt“ zur Verfügung zu stellen.

 

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