Nun schon seit gut 18 Monaten ist Superintendent Michael Mertins im Amt – und doch leitete er erst jetzt, am vergangenen Samstag, seine erste „richtige“ Synode. Alle anderen Synoden seit seiner Wahl im  Herbst 2020 mussten Corona-bedingt digital stattfinden. Jetzt endlich rund 94 Synoden-Mitgliedern und Gästen wirklich und wahrhaftig zu begegnen, machte Mertins sichtlich große Freude.

Traditionsgemäß begann die Tagung mit einem Gottesdienst, in dem dieses Mal Mertins selbst die Predigt hielt. Anschließend ging er im obligatorischen „Bericht des Superintendenten“ auf die derzeit im Kirchenkreis Minden wichtigsten Themen ein.

So wie wohl fast überall auf der Welt ist auch hier in der Region die Sorge groß wegen des Ukraine-Kriegs. „Erfreulicherweise ist die Hilfsbereitschaft in Minden und Umgebung geradezu überwältigend“, sagte Mertins. Nicht zuletzt dank großzügiger Geld-, Sach- und Zeitspenden von Bürgerinnen und Bürgern sei es im Kirchenkreis Minden schon Mitte März möglich gewesen, einen Hilfstransport zu organisieren. Im Pfarrhaus in Bergkirchen ist eine Bleibe für bis zu 25 und in einer kirchlichen Dienstwohnung in Minden für bis zu zehn Geflüchtete entstanden. Im Martinihaus hat außerdem das Team Flüchtlingsberatung des Kirchenkreises für ein Jahr eine zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete eingerichtet („Fluchtpunkt Martinihaus“).

Als kritisch bezeichnete Mertins die aktuelle Pfarrstellensituation. Wenn heutzutage Gemeinde-Pfarrstellen frei werden, können sie meistens nur noch als 75-Prozent-Stelle wieder ausgeschrieben werden; parallel dazu gibt es nur wenig Nachwuchs, weil sich immer weniger junge Menschen für den Pfarrberuf interessieren. Voraussetzung für Funktions-Pfarrämter – wie zum Beispiel die Krankenhausseelsorge oder das Schulreferat – ist, dass es im Kirchenkreis pro Funktions-Pfarramt 30.000 Kirchenmitglieder gibt; bei derzeit 67.910 Mitgliedern im Kirchenkreis Minden entspricht das gerade mal zwei Vollzeitstellen.

Um dem Klimawandel entgegen zu wirken, prüft der Kirchenkreis die Möglichkeiten, gegebenenfalls mit Hilfe von Fördergeldern eine*n Klimamanager*in einzustellen. Gemeinsam mit den Kirchenkreisen Herford, Vlotho und Lübbecke setzt der Kirchenkreis das Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt um und schult sämtliche Mitarbeitenden umfassend zum Thema Prävention.

Im weiteren Verlauf der Synode spielten insbesondere die Kindertageseinrichtungen (KiTa’s) eine große Rolle. Derzeit bestehen im Kirchenkreis Minden 33 evangelische Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 2.380 Plätzen. 29 KiTa’s befinden sich in der Trägerschaft von Gemeinden und vier werden von der Diakonie Stiftung Salem verantwortet. Um die Kindertageseinrichtungen im Bereich der Verwaltung zu entlasten und um sie wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen, beschloss die Synode die Gründung eines gemeinsamen KiTa-Verbandes.

Weiterhin berichteten der Verwaltungsleiter des Kirchenkreises, Ulrich Schlomann, und der Leiter der Bauabteilung, Maik Könemann, über den aktuellen Stand hinsichtlich der Pläne, das Martinihaus zur Geschäftsstelle des Kirchenkreises umzubauen und dafür das „Haus der Kirche“ in der Rosentalstraße aufzugeben. Nachdem die Corona-Zeit zu erheblichen Verzögerungen geführt hat und verschiedene Szenarien geprüft wurden, plant der Kirchenkreis nun eine gründliche Sanierung des Gebäudes mit einem eingeschossigen Anbau im Innenhof; das Genehmigungsverfahren wird voraussichtlich etwa ein Jahr dauern.

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