Wort zum Sonntag

Das „Wort zum Sonntag“ von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Mindener Land gibt es in der Samstagsausgabe des Mindener Tagesblatts – und darüber hinaus auch hier.

Zum Internationalen Frauentag am 08. März

Gleich zwei Frauentage gibt es an diesem Wochenende: Den Weltgebetstag der Frauen haben wir am gestrigen Freitag gefeiert, die Liturgie kam in diesem Jahr aus Nigeria. Das war das Thema meiner Kollegin in der letzten Woche an dieser Stelle. Nun nehme ich den Faden auf und mache weiter mit dem Blick auf den Internationalen Frauentag morgen.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich am 8. März in einem Urlaub in Italien überraschend Mimosen auf der Straße geschenkt bekomme habe. Es ging dabei nicht nur um eine nette Geste, sondern um Würdigung und Respekt für Frauen und Mädchen, für ihre Arbeit in Beruf und Familie, für ihren Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung, ihr Einstehen für Demokratie, Teilhabe und Schutz vor Gewalt in vielen Ländern der Erde.

Den Internationalen Frauentag gibt es schon seit über 100 Jahren. Die Sozialistin Clara Zetkin schlug 1910 auf einer internationalen Frauenkonferenz die Einführung dieses Tages vor. Ziel war die politische und soziale Gleichberechtigung, vor allem ging es um das Frauenwahlrecht.

Der Frauentag fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag: Im evangelischen Kirchenjahr ist es der Sonntag Okuli. Okuli ist der Sonntag des Wahrnehmens, der offenen Augen für Gott und die Menschen. Frauen und ihre Geschichten sichtbar zu machen, zu sehen, was es für starke und mutige Frauen gibt, die vorausschauen, die Vorbilder sind, darum geht es. Den Frauen, die keine Stimme haben, weil sie unter Gewalt, Krieg und Unterdrückung leiden, eine zu geben. Und sichtbar werden zu lassen, was sich noch ändern muss, in Gesellschaft und in der Kirche.

Also: Einen schönen Sonntag und einen offenen Blick für den Internationalen Frauentag und alle Aktionen wünscht Ihnen

 

Mirjam Philipps, Pfarrerin der ev.-luth. Kirchengemeinde Windheim

 

Mirjam Philipps

Mirjam Philipps

Pfarrerin, Ev. luth. Kirchengemeinde Windheim

Kommt! Bringt eure Last. Am 6.3.26 ist Weltgebetstag der Frauen

Am 6. März ist Weltgebetstag. Dann feiern Frauen in 120 Ländern zusammen Gottesdienst. Texte und Lieder haben in diesem Jahr Frauen aus Nigeria vorbereitet. Kommt! Bringt eure Last, ist ihr Motto. Mit Lasten kennen sie sich aus: Schließlich tragen viele von ihnen Holz, Wasser und anderes kilometerweit auf dem Kopf. Und viele leben mit Unterdrückung, Gewalt und Armut – schwere Lasten.
Was Frauen tragen, ist ganz verschieden. Aber die Einladung, das was bedrückt abzulegen, durchzuatmen, Kraft zu schöpfen, Lasten mit andern zu teilen, die tut allen gut. Genau wie die Hoffnung darauf, dass keine mit ihren Lasten allein ist. Dass es zusammen leichter werden kann. Und dass das Vertrauen auf Gott stark macht.
Ich liebe die Vorstellung, wie der Gottesdienst aus Nigeria einen Tag lang um die Welt wandert. Möge er vielen Frauen Mut machen und Kraft und Hoffnung schenken. Damit sich was ändert und Lasten kleiner werden.
Ach so: Männer sind im Gottesdienst natürlich auch willkommen!

 

Catharina Bluhm

Catharina Bluhm

Pfarrerin, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Simeonis

Fastenzeit – oder: „Gewichtmachen für Gott“

​Es gibt Sportarten – wie Boxen, Judo oder Ringen –,   in denen der Athlet von Zeit zu Zeit „Gewicht machen“ muss. Um in der von ihm bevorzugten Gewichtskategorie starten zu können, passt der Sportler seine Körpermasse an. Um sein Gewicht zu reduzieren und optimal für den Wettkampf aufgestellt zu sein, nimmt er zum Teil extreme Maßnahmen in Kauf. Dazu gehören Hungerdiäten, forciertes Schwitzen, Verzicht auf Flüssigkeit bis hin zu einem längeren Kopfstand kurz vor dem Wiegen, da die Fließgeschwindigkeit des Blutes eine Gewichtsreduktion vortäuscht. Auch individuelle Ernährungspläne für Spitzensportler sind nicht unüblich. Diese Pläne, Einschränkungen und herausfordernden Maßnahmen sollen dazu dienen, dass im Wettkampf die optimale Leistung erbracht wird.
Was uns die Fastenzeit abverlangt, ist dagegen nahezu eine Kleinigkeit: Während der Fastenzeit und an jedem Freitag des Jahres übt der Katholik einen konkreten Verzicht. Traditionell wird am Freitag kein Fleisch gegessen. Aber auch eine andere Einschränkung im Konsum von Genussmitteln ist möglich. Nur am Aschermittwoch und Karfreitag ist der Verzicht auf Fleischspeisen ausdrücklich vorgeschrieben.
Und was soll diese katholische Eigenart? Geht es etwa darum, „Gewicht zu machen“ für Gott? In gewisser Weise: Ja. Denn der Ruf der Fastenzeit nach Verzicht, aber auch nach Gebet und praktizierter Nächstenliebe, soll mich gut aufstellen für DEN „Wettkampf“ meines Lebens. Es handelt sich um einen Wettstreit mit mir selbst, in dem ich Jesus Christus immer ähnlicher werden soll. Im Grunde geht es darum, meinen eigenen Egoismus zu reduzieren, dadurch dass ich mich für Jesus Christus öffne. Jesus bittet mich, immer mehr zuzulassen, dass ER in mir handelt. Dann werde ich mit SEINER Hilfe den Wettkampf meines Lebens gewinnen, das Ziel meines Lebens erreichen: Das ewige Leben, das unendliche Glück bei Gott, das uns Ostern verheißt.

Christian Bünnigmann

Christian Bünnigmann

Pastor im Pastoralverbund Mindener Land